20.08.2026
NRFit-System
Mehr Patientensicherheit bei Narkose und Schmerztherapie
Das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim engagiert sich kontinuierlich für mehr Patientensicherheit. In der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin wurde jetzt das neue NRFit-System eingeführt, das Verwechslungen bei der Gabe von Medikamenten während der Narkose praktisch unmöglich macht.
Vor einer Operation haben viele Patienten zwei zentrale Wünsche: Keine Schmerzen während des Eingriffs und eine möglichst schmerzfreie Zeit danach. Um dies zu erreichen, setzten die Anästhesisten (Narkoseärzte) im Caritas-Krankenhaus häufig sog. „Regionalanästhesien“ ein: Dabei wird nicht der ganze Körper in Tiefschlaf versetzt, sondern gezielt nur die betroffene Körperregion betäubt – zum Beispiel ein Bein, ein Arm oder die gesamte untere Körperhälfte mittels Spinal- oder Periduralanästhesie. „Damit diese Verfahren noch sicherer werden und um Verwechslungen bei der Gabe von Medikamenten auszuschließen, haben wir Anfang August bei uns im Caritas-Krankenhaus das sogenannte „NRFit-System“ eingeführt“, erläutert Prof. Dr. Frank Schuster, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. „Ein wichtiger Schritt für mehr Patientensicherheit.“

Verwechslungen nahezu ausgeschlossen
Bisher
hatten fast alle medizinischen Verbindungsanschlüsse zwischen Spritzen und
Schläuchen die gleiche Standard-Form, den sogenannten „Luer-Lock“-Anschluss.
Das bedeutete: Ein Schlauch für eine Infusion in die Vene sah am Ende genauso
aus wie ein Schlauch für ein Narkosemittel am Rückenmark. „Obwohl unser medizinisch
hoch qualifiziertes Personal gut geschult und extrem aufmerksam ist, bestand
theoretisch ein minimales Restrisiko: Ein Medikament, das für die Vene bestimmt
war, hätte versehentlich an den Rückenmarksschlauch angeschlossen werden können
– oder umgekehrt. Solche Verwechslungen können lebensgefährliche Folgen haben.
Mit dem neuen NRFit-System können wir das jetzt ausschließen“, so der Facharzt
für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Notfallmedizin und Palliativmedizin
Was
nicht zusammengehört, passt nicht zusammen
Das
NRFit-System setzt dabei auf eine einfache, aber wirkungsvolle technische
Sicherheitsvorkehrung: Was nicht zusammengehört, passt physisch nicht mehr
zusammen. Alle Spritzen, Schläuche und Nadeln für Nervenblockaden oder
rückenmarksnahe Betäubungen haben nun ein spezielles, gelb markiertes Design
und die dazugehörigen Verbindungsanschlüsse einen geringeren Durchmesser. Eine
NRFit-Spritze lässt sich mechanisch nicht an einen normalen Venenzugang
anschließen. Umgekehrt passt eine normale Spritze nicht auf einen
NRFit-Katheter. Prof. Dr. Schuster: „Das Risiko einer folgenschweren
Verwechslung von Medikamenten wird durch diese technische Barriere praktisch
auf null reduziert. Wir schaffen so maximale Patientensicherheit bei der
Schmerzausschaltung sowohl während einer OP als auch bei der interventionellen
Schmerztherapie danach.“ Dabei verbleibt nach der OP ein hauchdünner Schlauch
am Nerv oder am Rückenmark. Über eine programmierbare Pumpe erhält der Patient
genau die Menge an Schmerzmittel, die er benötigt – oft über Tage hinweg. Mit
der Einführung des NRFit-Systems baut das Caritas-Krankenhaus sein sicheres und
hochwirksamen Schmerzkonzept weiter aus. Die Patienten profitieren von einer verlässlichen,
individuell abgestimmten Schmerzlinderung – während und nach einer Operation.


