19.04.2025
Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Caritas-Krankenhauses Bad Mergentheim unter der Leitung der Team-Chefärzte Dr. Saskia Wunderlich und Dr. Christian Willaschek hat mit Blick auf das Projekt „Schmerzfreies Krankenhaus“ die non-medikamentöse Schmerztherapie für Kinder und Jugendliche ausgebaut.
„Wir versorgen auf unserer neonatologischen und Kinderintensivstation schwerstkranke Patientinnen und Patienten umfassend und haben unser Schmerzkonzept neu aufgestellt. Unsere Mitarbeiter sind bestens geschult, was das kindliche Schmerzempfinden und auch die Folgen einer möglichen prozeduralen Traumatisierung betrifft“, führt die Chefärztin Dr. Saskia Wunderlich aus. „Die Verletzungs- oder Erkrankungsursache, der Kinder, die wir bei uns intensivmedizinisch behandeln, ist häufig altersabhängig“, erklärt der Neonatologe und Chefarzt Dr. Christian Willaschek. „Bei Säuglingen sind es oft Stürze, bei Kleinkindern hingegen auch Haus- und Freizeitunfälle, bei Schulkindern auch Sportunfälle, die zu Verletzungen führen und mit dem Symptom „Schmerz“ einhergehen. Auch die Maßnahmen währen der Untersuchung und Behandlung, wie Umlagerung, Reposition, Nähte, Injektionen oder das Anlegen eines Verbandes können zum Teil starke Schmerzen verursachen“, so Dr. Willaschek weiter. Seit langem seien Zusammenhänge zwischen Schmerz und neuroplastischen sowie hormonellen Veränderungen bekannt und auch Langzeitfolgen auf die psychische Entwicklung seien gut erforscht.
Deshalb lege man in der Bad Mergentheimer Kinder- und Jugendklinik ein besonderes Augenmerk auf die adäquate Schmerztherapie: „Seit Beginn des Jahres arbeiten wir mit zwei Virtual Reality (VR) Brillen, sodass auch unangenehme Eingriffe mit Respekt vor der körperlichen Integrität des uns anvertrauten Kindes durchgeführt werden können“, so Dr. Wunderlich weiter. „Die VR-Brillen erzeugen eine 360-Grad-VR-Umgebung und ermöglichen eine sofortige Immersion, also ein Eintauchen in eine andere Welt, wie zum Beispiel in ein Schwimmen mit Delphinen. In der Software sind die kleinen Patientinnen und Patienten dann völlig von der Außenwelt abgeschirmt, sodass es zu einer schnellen und nachhaltigen Entspannung kommen kann“, beschreibt Dr. Saskia Wunderlich die Wirkweise.
„Wir schöpfen viele Möglichkeiten der nicht-medikamentösen Schmerztherapie aus“, erklärt die Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Neonatologie, Kinder- und Jugend-Pneumologie und pädiatrische Intensivmedizin, die auch das Curriculum Schmerztherapie absolviert hat. „Wir verfügen neben den VR-Brillen auch über eine sogenannte „Buzzy Bee“. Das ist ein Kühlpack, der zum Vibrieren gebracht werden kann und so der nicht-invasiven Schmerzlinderung dient“, führt Dr. Wunderlich weiter aus. Beispielsweise bei Injektionen sei das Buzzy Mini Healthcare sehr hilfreich, da es gut unter den Staubändern zu platzieren sei. Durch die Kombination von Kälte und Vibration blockiere die Buzzy Bee die Weiterleitung von Schmerzsignalen an das Gehirn. Durch die eingebaute Abschaltautomatik, die nach drei Minuten einsetzt, beuge das Gerät auch einem unnötigen Stromverbrauch vor. „Zur lokalen Betäubung kommen auch sogenannte Elma-Pflaster zum Einsatz, die eine Stunde vor einer Injektion oder Blutabnahme auf der Haut platziert werden und einige Millimeter tief in die Haut wirken. Bei Säuglingen kann auch die Lagerung und ein non-nutritives Saugen, also das Saugen, das nicht unbedingt der Nahrungsaufnahme dient, helfen, Schmerzen zu reduzieren“, führt Dr. Wunderlich weiter aus.
„Mit
diesen Maßnahmen verfolgt das Caritas-Krankenhaus in der Klinik für Kinder- und
Jugendmedizin das Projekt „schmerzfreies Krankenhaus“ unter der maßgeblichen
Leitung unserer Chefärztin und Kinderintensiv- und Schmerzmedizinerin Dr. Wunderlich. Wir unterstützen die Bemühungen um das Vermeiden von
Schmerztraumata und ermöglichen dem Team der Kinderklinik jede Maßnahme, die
den körperlichen und seelischen Stress der Kinder und Jugendlichen mildert, die
bei uns behandelt werden“, betont auch der Kaufmännische Direktor des
Caritas-Krankenhauses Jeremia Berschauer abschließend.