07.08.2025
Neues Beatmungsgerät für die Kinderklinik
Hightech für die Kleinsten

Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Caritas-Krankenhaus unter der Leitung der Team-Chefärzte Dr. Saskia Wunderlich und Dr. Christian Willaschek erweitert ihr intensivmedizinisches Leistungsspektrum: Mit dem neu angeschafften Beatmungsgerät Servo-n steht nun eines der modernsten Geräte für die Beatmung von Neugeborenen und Kindern zur Verfügung – maßgeschneidert für die besonderen Bedürfnisse dieser sensiblen Patientengruppe.
Speziell für kleine Patienten entwickelt
Im
Unterschied zum universell einsetzbaren Servo-u,
der seit kurzem ebenfalls im Caritas-Krankenhaus im Einsatz ist (wir
berichteten) und universal sowohl bei Kindern als auch bei erwachsenen
Patientinnen und Patienten zum Einsatz kommt, wurde der Servo-n speziell für die Neonatologie
und Pädiatrie entwickelt. Er ist ausschließlich
für Patientinnen und Patienten unter 50 Kilogramm Körpergewicht zugelassen
und deckt damit das gesamte Spektrum vom extremen Frühgeborenen bis zum
Jugendlichen ab.
Fortschrittliche Modi – sanfte, schonende Beatmung
Ein aus
medizinischer Sicht ganz besonderes Merkmal des Servo-n ist der integrierte HFO-Modus (High-Frequency Oscillation).
Diese hochentwickelte Beatmungsform erlaubt die Beatmung mit extrem kleinen Atemzugvolumina bei sehr hoher Frequenz
(bis zu 15 Hertz, also bis zu 900 Atemzügen pro Minute). Sie ermöglicht die
Aufrechterhaltung eines stabilen Lungenvolumens bei gleichzeitig minimalem
Druckwechsel – ein entscheidender Vorteil zur Vermeidung von beatmungsassoziierten Lungenschäden (Volu- und Barotrauma),
besonders bei noch unreifen Lungenstrukturen. „Der HFO-Modus ist insbesondere bei schwerem Atemnotsyndrom oder
persistierendem Lungenversagen ein echter Gamechanger. Wir können nun schneller
und gezielter eingreifen – und das auf einem Niveau, das bisher nur an
spezialisierten Zentren möglich war,“ erklärt Oberärztin Dr. Kseniia
Frolova.
Neben dem
HFO-Modus bietet der Servo-n eine Vielzahl weiterer Funktionen, die die
Sicherheit und Individualisierbarkeit der Beatmung erhöhen und so eine
gezieltere Behandlung der kleinen Patientinnen und Patienten am
Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim ermöglichen. Der sogenannte automatische Tube Position Alarm, auch Legage-Alarm
genannt erkennt beispielsweise, ob sich der Beatmungstubus korrekt in
der Luftröhre befindet und kann bei Bedarf gezielt deaktiviert werden, um bei unruhigen Patienten Fehlalarme
zu vermeiden. Wie auch das Beatmungsgerät Servo-u, verfügt die neonatale
Variante über die Funktion NAVA
(Neurally Adjusted Ventilatory Assist), eine optional integrierbare
Beatmungsform, die sich an den elektrischen Signalen des Zwerchfells orientiert
und damit extrem präzise und physiologisch beatmet. „Ein außerordentlicher
Zugewinn für die medizinische Betreuung und auch die Patientensicherheit ist
außerdem das Atemwegsmonitoring in
Echtzeit. Das neue Beatmungsgerät ermöglicht eine exakte Überwachung von
Druck, Volumen und Fluss – ein wichtiger Faktor in der differenzierten Beatmung
von Frühgeborenen“, betont Team-Chefärztin Dr. Saskia Wunderlich.
Stärkung der
neonatologischen und pädiatrischen Intensivmedizin
„Mit dem Servo-n investieren wir nicht nur in Technik, sondern in die
Zukunft unserer kleinen Patientinnen und Patienten. Es ermöglicht dem
hervorragenden Team unserer Klinik für Kinder- und Jugendmedizin auch bei
Neugeborenen eine individualisierte, lungenschonende und evidenzbasierte
Beatmung auf höchstem Niveau und stärkt die Rolle der Kinderklinik als
regionales Zentrum für neonatolgische und pädiatrische Intensivmedizin,“ betont auch der Kaufmännische
Direktor des Caritas-Krankenhauses Jeremia Berschauer. „Moderne Technik wie der Servo-n ist nur ein Baustein unserer Arbeit.
Entscheidend für den Behandlungserfolg bleibt immer die enge und gute
Zusammenarbeit im interdisziplinären Team sowie die Nähe zu den Familien,“
betont Dr. Saskia Wunderlich abschließend.


