22.01.2025
Innere Medizin 1 - Kardiologie
Chest-Pain-Unit zertifiziert

Patientinnen und Patienten mit einem ungeklärten und neu aufgetretenen Thoraxschmerz, also Schmerzen im Brustkorb, werden ab sofort im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim in der sogenannten „Chest-Pain-Unit“ (CPU) behandelt.
Der Zentralversorger ist mit seinen zwei Herzkatheterlaboren und dem nötigen Personal die einzige Klinik in der Region, die rund um die Uhr akute Herzinfarkte versorgen kann und gestaltet seine Behandlungsmöglichkeiten nun mit der Zertifizierung der CPU durch die Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislauferkrankungen e.V. nun noch effektiver.
Gute Organisationsstruktur und räumliche Nähe
„Bei
kardiovaskulären oder pulmonalen Notfällen muss es schnell gehen, hier können
Minuten über Leben und Tod entscheiden“, betont PD Dr. Sebastian Herrmann,
Chefarzt der Innere Medizin 1 / Kardiologie am Caritas-Krankenhaus Bad
Mergentheim. „Deshalb muss ab dem Eintreffen des Patienten in unserem
Krankenhaus jede Minute effektiv genutzt und die Ursache des Thoraxschmerzes
umgehend ohne Zeitverlust abgeklärt werden. Die Rahmenbedingungen in einer
separaten „Brustschmerzeinheit“ CPU ermöglichen uns außerdem ein sehr schnelles
Erkennen typischer Komorbiditäten, das heißt anderer gleichzeitiger
Erkrankungen, an denen der Patient oder die Patientin leidet und die
verstärkend wirken können oder mitbehandelt werden müssen. Die Versorgung wird
zunehmend komplexer, da mit wachsendem medizinischem Fortschritt auch immer
mehr ältere und kränkere Menschen zu uns kommen. Deshalb braucht es nicht nur
ein gut eingespieltes Team aus Notfallsanitätern, Mitarbeitenden in der
Notaufnahme, Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegekräften, sondern auch eine gute
Organisationsstruktur und die räumliche Nähe der Untersuchungs- und
Behandlungszimmer“, führt der Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie,
internistische Intensivmedizin, interventionelle Kardiologie (DGK),
Herzinsuffizienz (DGK) und Sportkardiologie (DGK) weiter aus.
Alle wichtigen Bereiche auf einer Station
„Wir haben
im vergangenen Jahr umfassende Umbauarbeiten durchgeführt, um die Arbeit der
Kolleginnen und Kollegen der Zentralen Notaufnahme und der Kardiologie auch mit
den räumlichen Gegebenheiten bestmöglich zu unterstützen“, bekräftigt auch der
Kaufmännische Direktor des Caritas-Krankenhauses Jeremia Berschauer. „Hierfür
legen wir alle wichtigen Einheiten auf einer Station zusammen: die sogenannten
„Kurzlieger“ der Zentralen Notaufnahme, die weniger als 24 Stunden bei uns bleiben
sowie Betten für Patienten nach ambulanter Operation im Herzkatheter, für
Kurzlieger des Herzkatheterlabors, für die CPU (integriert in die Intermediate
Care Unit) Patienten sowie für „Intermediate Care“, also der Behandlungsstufe
zwischen Intensivstation und Normalstation für diejenigen Patienten, die keiner
intensivmedizinischen Behandlung bedürfen, aber intensiv pflegerisch betreut
und mit ihren Vitalfunktionen überwacht werden müssen. Außerdem gehört auch der
akut stationäre Bereich dazu, wo wir die Bettenzahl bei Bedarf jederzeit
aufstocken können“, führt Berschauer weiter aus. Sowohl für Kurzlieger, als
auch im akut stationären Bereich bestehe künftig die Möglichkeit mittels
Telemetrie drahtlos EKG-Signale in die Zentrale im Stützpunkt zu senden.
Studien zeigen: Sterberate geht zurück
„Im Jahr
2023 haben wir etwa 1.800 Patientinnen und Patienten im Herzkatheterlabor
untersucht oder behandelt, davon 950 mit Stent-Implantationen und 440 akute
Herzinfarkte. Mit der Zertifizierung unserer Chest-Pain-Unit im vergangenen
Jahr können wir mit der Integration in die Zentrale Notaufnahme noch schneller
und gezielter untersuchen und Herzinfarkte außerordentlich effizient behandeln
oder ausschließen“, erläutert Chefarzt PD Dr. Sebastian Herrmann. Studiendaten
aus den USA und Deutschland zeigten deutlich den Rückgang der Sterblichkeit für
Patientinnen und Patienten bei Behandlung in einer Chest-Pain-Unit. „Insgesamt
führt die Organisation in einer Schwerpunkteinheit außerdem dazu, dass die
durchschnittliche Liegedauer durch schnellere Diagnose und Behandlung verkürzt
werden kann“, so der Chefarzt abschließend. „Die Zertifizierung kann
uneingeschränkt empfohlen werden. Ein kleines Team hat eine CPU mit guter
Versorgungsqualität aufgebaut“, zogen die Auditoren der DGK in ihrem
Abschlussbericht eine positive Bilanz. Die Leitung der Chest-Pain-Unit hat PD
Dr. Sebastian Herrmann inne, unterstützt vom stellvertretenden Leiter Dr.
Octavian Maniuc, lt. Oberarzt in der Medizinischen Klinik 1 / Kardiologie.


