22.12.2025
Gesundheitspolitik
Dr. Preusch MdL: „Wir brauchen eine aktivere Krankenhausplanung, die sich am tatsächlichen Bedarf orientiert“
Zu einem intensiven Austausch über die Zukunft der stationären Patientenversorgung in Krankenhäuser im ländlichen Raum trafen sich die Verantwortlichen des Caritas-Krankenhauses sowie Landrat Christoph Schauder mit dem gesundheitspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Dr. Michael Preusch im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim.
Der
CDU-Landtagsabgeordnete aus dem Kreis Eppingen arbeitet neben seinem
politischen Engagement nach wie vor in Teilzeit als Oberarzt der
internistischen Intensivmedizin an der Universitätsklinik Heidelberg und kennt
die Gesundheitspolitik aus der Perspektive des klinischen Alltags in einem
städtischen Maximalversorger. Im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim
informierte er sich über die Herausforderungen eines Krankenhauses in einem
großen Flächenlandkreis mit weiten Wegen und geringer Bevölkerungsdichte.
„Das führt
dazu, dass wir hohe Vorhaltekosten haben, um die Versorgung der Bevölkerung in
Notfällen und allen wichtigen Fachbereichen rund um die Uhr sicherstellen zu
können. Zugleich haben wir einfach weniger Fälle, weil hier weniger Menschen
wohnen als in städtischen Zentren“, machte der Ärztliche Direktor des
Caritas-Krankenhauses Dr. Jochen Selbach die Situation des
Caritas-Krankenhauses deutlich. Auch die Krankenhausreform halte weitgehend an
der Finanzierung auf der Basis von Fallzahlen fest. Dr. Selbach verwies
außerdem auf die besonders schwierige Situation der freigemeinnützigen
Krankenhäuser wie dem Caritas-Krankenhaus, die seit Jahren finanziell
schlechter gestellt seien als staatliche Häuser und in der Regel ohne
finanzielle Unterstützung aus kommunalen Haushalten Defizite ausgleichen
müssen.
Zentrale
Forderung der Verantwortlichen des Caritas-Krankenhauses und des Trägers
BBT-Gruppe ist daher eine Fallzahl-unabhängige Finanzierung der Krankenhäuser
für versorgungsrelevante Bereiche, unterstrich die Regionalleiterin der
BBT-Gruppe, Dr. Ulrike Heesemann. Pflegedirektor Frank Feinauer sprach außerdem
den hohen bürokratischen Aufwand für Dokumentation in der Pflege und im
ärztlichen Bereich an: „Das kostet jeden Tag Stunden, die wir lieber am Bett
des Patienten verbringen würden.“
Dr. Michael
Preusch sprach sich dafür aus, die Krankenhausstrukturplanung in
Baden-Württemberg stärker am tatsächlichen Bedarf der Menschen in einer Region
zu orientieren. „Es muss eine aktivere Landeskrankenhausplanung geben.
Entscheidend ist die Frage: Welches Versorgungsangebot macht wo Sinn?“, stellte
er klar. Überangebote in einigen städtischen Regionen müssten abgebaut werden
und zugleich müsse eine bessere Finanzierung für die Versorgung im ländlichen
Raum ermöglicht werden. Dies gelte auch für die Finanzierung der
Investitionskosten. „Hier müssen wir stärker zwischen Stadt und Land
differenzieren, es muss eine stärker zielorientierte Investitionsförderung
geben“, so Dr. Preusch.
Weitere Themen
des Austauschs waren u.a. die Sicherung der ärztlichen Weiterbildung im Zuge
der Einführung von Leistungsgruppen sowie die Auswirkungen der generalistischen
Pflegeausbildung für die Bereiche der Alten- und Kinderkrankenpflege. Auch der
Mangel bei Fachpersonal sowie Maßnahmen gegen teure Leiharbeit in Medizin und
Pflege wurden diskutiert. Der CDU-Gesundheitsexperte, der auch Mitglied im
CDU-Landesvorstand ist, dankte für den offenen Austausch und sagte die
Bereitschaft für weitere Gespräche zu.


