11.05.2023

Das Caritas-Krankenhaus baut sein Behandlungsspektrum bösartiger Tumorerkrankungen weiter aus. Vor kurzem wurde das Zentrum für hämatologische Neoplasien, also für die Behandlung bösartiger Neubildungen des Blut- und Lymphsystems gegründet.
Zuletzt hatte auch der Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach die Bildung von Fachzentren für die qualitative Versorgung der Bevölkerung hervorgehoben. „Wir behandeln im Caritas-Krankenhaus schon seit Jahren hämatologische Krebserkrankungen. Mit der Gründung des Zentrums bauen wir unser Therapieangebot nun weiter aus und binden die Abläufe bei der Diagnostik und Therapie in unser Onkologisches Zentrum (OZT) mit ein“, erläutert Prof. Dr. Werner J. Heinz, Chefarzt der Medizinischen Klinik 2, der das Zentrum für hämatologische Neoplasien leitet.
Viele Erkrankungen heute durch moderne Therapien beherrschbar
„Bei den
hämatologischen Neoplasien geht es um Tumorerkrankungen der blutbildenden
Organe und des lymphatischen Systems. Zu den häufigsten Krankheitsbildern
gehören die akute und chronische Leukämie (Blutkrebs) sowie ein breites
Spektrum unterschiedlicher Lymphome (Lymphknotenkrebs). Viele der
Lymphomerkrankungen sind heute durch moderne Therapien beherrschbar, manche
können auch komplett geheilt werden“, führt Prof. Dr. Heinz aus. Der Facharzt
für Innere Medizin, Infektiologie, Hämatologie und Onkologie verfügt über
langjährige Erfahrungen bei der Therapie dieser bösartigen Gewebeneubildungen.
„Das Besondere an diesen Erkrankungen ist, dass sie fast immer den gesamten
Organismus betreffen und nicht auf ein Organ oder eine Körperregion beschränkt
sind. Ein tiefes Verständnis der Zusammenhänge und eine daraus resultierende
hohe fachliche medizinische Kompetenz sind für eine erfolgreiche Behandlung
daher unabdingbar.“
Zusammenschluss verschiedener Fachabteilungen
Im Zentrum für
Hämatologische Neoplasien haben sich unter der Federführung der Medizinischen
Klinik 2 verschiedene Fachabteilungen zusammengeschlossen, um eine individuelle
und optimale Versorgung nach neuestem Wissenstand zu ermöglichen. „Am
Caritas-Krankenhaus arbeiten wir interdisziplinär sehr eng zusammen und können
so auf ein großes multiprofessionelles Kompetenzspektrum innerhalb und
außerhalb des Fachbereichs der Hämatologie und Onkologie zurückgreifen“, so
Prof. Dr. Heinz weiter.
Ausführlicher Austausch über jeden einzelnen Fall
Einmal pro
Woche findet eine interdisziplinäre hämatologische Tumorkonferenz statt, in der
unter anderem Hämatologen/Onkologen, Pathologen, Chirurgen, Radiologen und Strahlentherapeuten
jeden Patienten gemeinsam besprechen. „Angesichts der Vielzahl an Erkrankungen
und der individuellen Ausprägung kommen sehr unterschiedliche Therapieansätze
in Betracht. Die Operation spielt bei dieser Krebsart selten eine Rolle,
vielmehr werden Medikamententherapien, häufig mit zielgerichteten Wirkstoffen
und zum Teil auch eine Strahlentherapie eingesetzt. Wir sagen bewusst nicht
Chemotherapie, sondern Systemtherapie. Denn Systemtherapie bedeutet, sie wirkt
im ganzen Organismus und die Chemotherapien stellen hier nur eine von mehreren
eingesetzten Therapieoptionen dar“, so der Chefarzt und Zentrumsleiter. „Die
Arzneimittel, die aus mehreren Wirkstoffen bestehen und für den jeweiligen
Einsatz kombiniert und dosiert werden, gelangen über das Blut an jede Stelle
des Körpers und sollen dort die erkrankten Zellen ausschalten.“
Fach- und berufsübergreifendes Team
Für die
bestmögliche psychosoziale Betreuung der Patientinnen und Patienten, aber auch
der Angehörigen arbeitet das Zentrum für Hämatologische Neoplasien außerdem eng
mit dem berufsübergreifenden Team aus der Pflege, der Psychoonkologie, der Seelsorge,
der Palliativmedizin, der Ernährungsberatung, dem Sozialdienst und den
Physiotherapeut*innen zusammen. „Wir können hier auf die bewährten Strukturen
der anderen Organzentren sowie des übergeordneten Onkologischen Tumorzentrums
Tauberfranken (OZT) zurückgreifen, die Dr. Hartung in den vergangenen Jahren im
Caritas-Krankenhaus aufgebaut hat“, unterstreicht Prof. Dr. Heinz.
Auch die gute Zusammenarbeit mit dem Qualitätsmanagement und deren langjährige Erfahrung bei der Vorbereitung von Audits kommen dem neuen Zentrum zugute. „Wir streben bereits in diesem Jahr die Zertifizierung des Zentrums für hämatologische Neoplasien durch die Deutsche Krebsgesellschaft an und sind sehr zuversichtlich, dass wir diese Qualitätskriterien erfüllen.“
Weitere Informationen zum Zentrum für hämatologische Neoplasien finden Sie hier.