04.10.2023
Das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim bildet als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Würzburg jedes Jahr rund 50 angehende Ärztinnen und Ärzte im Rahmen des sogenannten Praktischen Jahres (PJ) aus. Nach einer Corona-bedingten Pause haben die angehenden Medizinerinnen und Mediziner nun erstmals wieder eine Weiterbildung im Bereich Sonographie durch den Schwerpunktleiter Gastroenterologie Dr. Stanislaus Reimer und sein Team am Caritas-Krankenhaus absolviert.
„Die Sonographie ist eines
der am häufigsten eingesetzten bildgebenden Verfahren in der Medizin. Daher ist
es uns ein großes Anliegen, dass wir die Medizinstudentinnen und -studenten,
die ihr praktisches Jahr in unserem Lehrkrankenhaus verbringen, in diesem
Verfahren intensiv ausbilden und praxisnah anleiten. Wir bieten daher allen
PJ-Studentinnen und PJ-Studenten im Caritas-Krankenhaus an, den Basiskurs
Sonographie zu absolvieren. Es freut mich besonders, dass nun alle
Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Kurs erfolgreich bestanden haben“, erklärt
Dr. Stanislaus Reimer, Schwerpunktleiter Gastroenterologie der Medizinischen
Klinik 2 und Leiter des Kurses. „Mit der Sonographie, also der
Ultraschalluntersuchung, können die inneren Organe sichtbar gemacht werden.
Dabei wandern die Ultraschallwellen durch das Gewebe ohne dieses zu schädigen“,
erläutert Dr. Reimer. Es könnten diejenigen Körperregionen untersucht werden,
die aus „weichem“ Gewebe bestünden. Die Sonographie sei schmerzlos, nahezu
risikolos sowie frei von Röntgenstrahlung und daher beliebig wiederholbar. „Im
Ultraschall können Echtzeitbilder erzeugt werden. So haben wir die Möglichkeit,
damit auch bewegliche Strukturen wie beispielsweise die Darmperistaltik, also
die Darmbewegung, zu beurteilen. Außerdem können wir mittels Doppler-Sonographie
auch Flüssigkeitsströme darstellen, was extrem wichtig ist etwa bei einem
Darmverschluss oder um eine Minderdurchblutung der Bauchorgane nachzuweisen.
Auch bei Eingriffen wie Organpunktionen oder Drainageneinlagen wird Sonographie
im Bauchbereich eingesetzt, so Dr. Reimer weiter. Lediglich bei hochgradig
übergewichtigen Patientinnen oder Patienten mit ausgeprägtem Meteorismus, also
einer abnormen Gasansammlung im Bauchraum, könne die Leistung des
Ultraschallgeräts an seine Grenzen stoßen.
Die PJ-Studierenden haben
in dem insgesamt 24-stündigen Basiskurs von April bis September 2023 am
Caritas-Krankenhaus die Grundlagen des Ultraschalls von Milz und Pankreas,
Leber, Gallenblase, Gallenwegen, Nieren und ableitenden Harnwegen sowie den
abdominellen Gefäßen erlernt. Im Rahmen des Kurses erklärte und trainierte Dr.
Stanislaus Reimer mit seinem Team den Studierenden sogenannte Standardschnitte,
also die richtige Positionierung und Ausrichtung des Schallkopfes, so dass der
Schallkegel die zu untersuchende Region trifft und möglichst optimal abbildet.
Neben normaler Organanatomie, wichtigen Messungen und Beurteilungskriterien war
auch die exemplarische Besprechung pathologischer Befunde Schulungsinhalt.
Info: Die Ausbildung im
Praktischen Jahr ist Teil des Medizin Studiums und umfasst das letzte
Studienjahr. In dieser Zeit sollen die Studierenden praktische ärztliche
Fähigkeiten unter realen Bedingungen erwerben.
Im Bild zu sehen: Schwerpunktleiter
Gastroenterologie Dr. Stanislaus Reimer übergibt das Sonografie-Zertifikat an
die PJ-Studierenden, die von verschiedenen Universitäten aus ganz Deutschland
ins Caritas-Krankenhaus kommen.