08.02.2023

Netzwerkgründung am 1. Februar 2023

Mitglied des Neurovaskulären Netzwerks Unterfranken

Mitglied des Neurovaskulären Netzwerks Unterfranken

Am 1. Februar 2023 hat sich am Uniklinikum Würzburg (UKW) das Neurovaskuläre Netzwerk Unterfranken gegründet, dem auch das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim angehört.

„Wir arbeiten bereits seit vielen Jahren fachbereichsübergreifend hervorragend mit dem Uniklinikum Würzburg bei der Versorgung unserer Patient*innen mit neurologischen Gefäßerkrankungen zusammen“, erklärt der Chefarzt der Neurologie des Caritas-Krankenhauses PD Dr. Mathias Buttmann. 


„Das Caritas-Krankenhaus ist in und um Bad Mergentheim die beste Anlaufstelle für Schlaganfallpatient*innen, bei denen eine schnelle Versorgung einen massiven Einfluss auf den Behandlungsverlauf hat. Neun von zehn akuten Schlaganfällen können bei uns optimal vor Ort therapiert werden. Im zehnten Fall erfolgt nach einer Erstversorgung in unserem Haus unmittelbar eine hervorragend eingespielte Weiterverlegung ins Uniklinikum Würzburg zur spezialisierten neuroradiologischen Gefäßtherapie“, bekräftigt Dr. Buttmann die hohe Versorgungsqualität auf der zertifizierten Stroke Unit in Bad Mergentheim.


Das volle Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten ausschöpfen

Das neugegründete Netzwerk verbessere allerdings nicht nur die Versorgung von Schlaganfallpatient*innen noch weiter, sondern intensiviere auch die Zusammenarbeit bei anderen neurologischen Gefäßerkrankungen wie Fehlbildungen oder Aneurysmen: „In Zeiten von überall stetig knapper werdenden Ressourcen, sinkenden Bettenzahlen und Personalmangel stellt die vertiefte Zusammenarbeit verschiedener Kliniken eine sehr positive Entwicklung für unsere Patientinnen und Patienten dar. Wir können innerhalb dieses Netzwerks nicht nur das volle Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten aller Netzwerkpartner ausschöpfen, unsere Patient*innen werden bei Bedarf von den Partnerkliniken außerdem auch bevorzugt übernommen. Die enge Zusammenarbeit der Fachdisziplinen Neurologie, Neurochirurgie, Neuroradiologie, Kardiologie, Anästhesiologie und Gefäßchirurgie auch mit starken Partnern in der Region schafft also eine innovative überregionale Versorgungsstruktur für Patient*innen mit neurovaskulären Erkrankungen. Sie werden dann bei Bedarf favorisiert an spezialisierten Kliniken mit dort vor Ort etablierten Therapiekonzepten behandelt“, führt der Chefarzt für Neurologie weiter aus.


Zertifizierung für 2023 angestrebt

Neben dem Uniklinikum Würzburg und dem Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim sind auch das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau, das Rhön-Klinikum - Campus Neustadt, das Helios-Klinikum Erlenbach, die Klinik Kitzinger Land, das Klinikum Main-Spessart Lohr, die Main-Klinik Ochsenfurt, das Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt, die Rotkreuzklinik Wertheim und das Klinikum Würzburg Mitte Partner des Neurovaskulären Netzwerks Unterfranken. Bei der konstituierenden Sitzung wurde Prof. Dr. Karl Georg Häusler aus der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg zum Sprecher des Neurovaskulären Netzwerks Unterfranken gewählt. Er ist nun für drei Jahre mit der Koordination von dessen Arbeit betraut. Im Anschluss soll diese Aufgabe vom Rhön-Klinikum – Campus Bad Neustadt ausgeübt werden. Neben regelmäßigen Treffen zum fachlichen Austausch und zur Qualitätssicherung soll auch eine gemeinsame Behandlungsleitlinie implementiert werden. Außerdem steht eine enge Zusammenarbeit mit außerklinischen Partnern, von Erstversorgern bis hin zu den Ärztlichen Leitern der Rettungsdienste in der Region, auf der Netzwerkagenda. Gemeinsam mit dem Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg werden Ärztinnen und Ärzte der beteiligten Netzwerk-Kliniken wissenschaftliche Fragestellungen bearbeiten. Eine Zertifizierung durch die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft strebt das neue Netzwerk noch für das Jahr 2023 an.


Auf dem Foto zu sehen: Als Vertreter für das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim nahmen Chefarzt PD Dr. Mathias Buttmann (1. Reihe, 5.v.r.) und Oberarzt Dr. Rüdiger Holzapfel (1. Reihe, 4.v.r.) an der Gründungsveranstaltung des Neurovaskulären Netzwerks Unterfranken teil. Foto: UKW / Annika Wolf