03.04.2020
Gute Zusammenarbeit zwischen den Kliniken in Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim
Caritas-Krankenhaus auf die Aufnahme von COVID-19-Patienten vorbereitet

Während im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim und im Krankenhaus Tauberbischofsheim mehrere COVID-Patienten stationär behandelt werden, laufen gleichzeitig die Vorbereitungen für eine Erweiterung der Kapazitäten auf Hochtouren.
"Unser
Kerngruppe COVID-19 mit den Verantwortlichen aus den verschiedenen Bereichen
von der Medizin bis zur Materialwirtschaft tagt inzwischen täglich, um über
weitere Maßnahmen zu entscheiden und diese zu koordinieren", betont Michael
Schuler, Kaufmännischer Direktor der beiden Krankenhäuser. "Inzwischen haben
wir vorsorglich unsere Notaufnahme im Caritas-Krankenhaus um mehrere Zimmer
erweitert. Da wir sehr frühzeitig alle planbaren elektiven Eingriffe und
Behandlungen abgesagt und verschoben haben, haben wir außerdem auf den
Stationen weitere freie Bettenkapazitäten für die Aufnahme von COVID-Patienten
geschaffen."
Separates Bettenhaus für COVID-19-Patienten
So wurde inzwischen vorsorglich das gesamte Bettenhaus E für die
Behandlung von COVID-Erkrankten geräumt. Die Ausdehnung auf weitere Stationen
sei sukzessive möglich. "Dank unserer
Gebäudestruktur ist das Bettenhaus E räumlich von den anderen Stationen im Haus
getrennt", ergänzt Dr. Ulrich Schlembach, Ärztlicher Direktor des Caritas. "So
können wir die Patientengruppe gut voneinander trennen, denn wir müssen auch
die anderen, nicht infektiösen Patienten wie Schlaganfälle, Unfallverletzungen
oder die Tumorpatienten weiterhin gut versorgen.
Notfallversorgung und Geburtshilfe laufen weiter
Auch die Geburtshilfe läuft selbstverständlich
mit wenigen Einschränkungen weiter. So müssen die Väter den Kreißsaal kurz nach
der Geburt wieder verlassen und dürfen nicht auf die Wöchnerinnenstation zu Besuch
kommen." Auch das generelle Besuchsverbot gelte weiter. "Ziel dieser Maßnahmen
ist es, eine Weiterverbreitung des Virus bei Patienten und Mitarbeitenden
möglichst zu unterbinden."
Intensivplätze verdoppelt
"Zurzeit
haben wir gut ein Dutzend positiv auf das Corona-Virus getestete Patienten im
Caritas-Krankenhaus aufgenommen, dazu kommen noch einmal knapp 20 Patienten mit
Verdacht auf eine Corona-Infektion.", erläutert Dr. Schlembach. Ein Teil dieser
Patienten werde auch auf der Intensivstation behandelt. "Wir haben unsere
Intensivkapazitäten in den vergangenen Tagen verdoppelt und nutzen alle
Möglichkeiten, um weitere Intensivkapazitäten zu schaffen. Zurzeit können wir
bei Bedarf mehr als 20 Patienten intensivmedizinisch versorgen."
Auch Ärzte
und Pflegepersonal aus anderen Bereichen werden vorsorglich intensivmedizinisch
geschult, um bei Bedarf die bestehenden Teams zu ergänzen.
Gute Zusammenarbeit mit Diabetes-Klinik
"Hier hilft uns auch
das Angebot der Diabetes-Klinik, unsere Normalstationen mit erfahrenem,
ärztlichem und pflegerischem Personal zu
unterstützen", so der Kaufmännische Direktor Michael Schuler. Insgesamt gebe es
einen sehr guten Kontakt zur Diabetes-Klinik in Bad Mergentheim. Schuler: "Die
Gespräche mit den Kollegen dort verlaufen lösungsorientiert und unbürokratisch,
alle sind an praktikablen Entscheidungen zum Wohl der Patienten interessiert."
"Nur wenn
alle am Notfall-Management beteiligten Organisationen, angefangen von den
Kliniken über den Rettungsdienst bis zum Gesundheitsamt, vorausschauend planen
und handeln, werden wir eine Chance haben, die Corona-Krise im
Main-Tauber-Kreis gut zu überstehen", ergänzt Prof. Thomas Haak, Chefarzt der
Diabetes-Klinik und Präsident des DRK Bad Mergentheim.
Enger Austausch mit Krankenhaus Tauberbischofsheim
Eine enge
Zusammenarbeit gibt es außerdem mit dem Krankenhaus Tauberbischofsheim, das
ebenfalls bereits COVID-Patienten stationär versorgt. Auch hier wurden Isolierstation ausgewiesen
und die nicht-infektiösen Patienten in anderen Bereichen des Krankenhauses
konzentriert. Wie im Caritas-Krankenhaus wurden die Intensivkapazitäten
deutlich ausgebaut. "Wir nutzen dort jedes zur Verfügung stehende
Beatmungsgerät und passen es notfalls an die neuen Gegebenheiten an", so
Schuler. Auch bei der Versorgung mit Schutzausrüstung und Material arbeiten die
beiden Kliniken eng zusammen. Dies bezieht auch die drei BBT-Seniorenzentren
mit ein, die über die Materialwirtschaft in Bad Mergentheim mitversorgt werden.
Auch hygienisches Knowhow wird über zusätzliche Schulungen an die
Senioreneinrichtungen weitergeben. "Hier bewährt sich die Zugehörigkeit zu einem
gemeinsamen Unternehmen", betont Schuler.
Guter Zusammenhalt unter den Mitarbeitenden
"Neben der
Solidarität und Hilfsbereitschaft zwischen den verschiedenen Kliniken erleben
wir außerdem ein verlässliches Miteinander unter den Kolleginnen und Kollegen
im Caritas-Krankenhaus, die sich mit hohem persönlichem Einsatz um die
Patienten kümmern", betont der Ärztliche Direktor Dr. Ulrich Schlembach. "Die
Belastungen für alle und besonders für die Ärzte und Pflegekräfte nehmen zu,
aber solch eine Situation schweißt auch zusammen und setzt viele Energien und
Talente frei. Dies hilft uns bei den täglich neuen Aufgaben und den eventuell
noch anstehenden Herausforderungen."


