30.08.2019
Schlaganfall-Patienten profitieren von neuem Verfahren

Im Caritas-Krankenhaus wurde jetzt ein neues Verfahren etabliert, das die Diagnostik von Vorhofflimmern bei Schlaganfall-Patienten beschleunigt und eine schnelle Auswertung des EKGs ermöglicht. So können die Ärzte rasch mit der Therapie der Ursachen beginnen, um einen erneuten Schlaganfall in der Frühphase zu verhindern.
Die Schlaganfall-Patienten im Caritas-Krankenhaus profitieren jetzt von einer medizin-technischen Innovation: Auf der Stroke Unit wurden die Überwachungsgeräte so mit Computern vernetzt, dass das EKG-Signal von Patienten nun kontinuierlich gespeichert und direkt über Nacht speziell ausgewertet wird. Damit kann jetzt ein Vorhofflimmern schnell und zuverlässig erkannt und dann gleich die entsprechende Therapie eingeleitet werden.
Vorhofflimmern erhöht Risiko für Schlaganfall
"Vorhofflimmern
ist einer der häufigsten und gefährlichsten Risikofaktoren für einen
Schlaganfall: so haben Menschen mit Vorhofflimmern ein bis zu 20-fach erhöhtes
Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden", erläutert Privatdozent Dr. Mathias
Buttmann, Chefarzt der Klinik für Neurologie. "Dabei kann Vorhofflimmern entweder
länger anhalten oder wiederholt nur für Minuten anfallsartig auftreten und dazwischen
wieder verschwinden. Gerade dieses paroxysmale
Vorhofflimmern lässt sich normalerweise
nur mit einem zeitaufwändig auszuwertenden Langzeit-EKG diagnostisch sichern."
Auf der Stroke Unit sei es jedoch wichtig, rasch und möglichst zuverlässig die
Ursache für einen Schlaganfall zu finden, um dann möglichst gleich eine
entsprechende Therapie einleiten zu können und so einen erneuten Schlaganfall
zu verhindern.
Großrechner werten EKG-Daten über Nacht aus
Mit dem neuen
Screening-Verfahren ist es nun möglich, während der gesamten Dauer der
Überwachung auf der Schlaganfallstation ein EKG abzuleiten und eine schnelle spezielle
Auswertung zu erhalten. "Die Daten werden pseudonymisiert von einem externen Großrechner
über Nacht ausgewertet und noch in der Nacht wird ein automatisierter
Analysereport erstellt", beschreibt Thomas Voit, Leiter Medizintechnik, das
Vorgehen. Der Report teilt nicht nur mit, ob ein Vorhofflimmern erkannt wurde,
sondern bereits ein erhöhtes Risiko hierfür wird durch einen speziellen
Algorithmus erkannt. Das kann dann wichtige weitere Herzdiagnostik nach sich
ziehen. Die EKG-Spur mit auffälligen Abschnitten wird an den Report angehängt,
so dass der behandelnde Arzt das Ergebnis der Computeranalyse überprüfen kann. Studien
zeigen allerdings, dass die computergesteuerte Auswertung ebenso zuverlässig
ist wie bei einem erfahrenen Kardiologen.
Schnelle Diagnostik ermöglicht frühen Therapiebeginn
"Die
verlängerte Ableitungszeit gegenüber unserem Standard-Langzeit-EKG, die sehr
schnelle Auswertung und die Erkennung eines besonderen Risikos, auch wenn gar
kein Vorhofflimmern festgestellt wurde, sind für die weitere Abklärung und Behandlung
unserer Patienten entscheidende Vorteile", unterstreicht PD Dr. Buttmann.
"Liegt ein paroxysmales Vorhofflimmern vor, können wir oft umgehend mit einer gezielten
Therapie beginnen und so das Risiko für einen möglichen frühen erneuten
Schlaganfall erheblich senken - ein großer Vorteil für die betroffenen
Patienten." Außerdem entlaste das Verfahren die Kardiologen im Haus, die nun
weniger Langzeit-EKGs befunden müssen.


