17.07.2017
Die Teddyklinik begeistert viele Kinder
Große Resonanz beim Tag der offenen Tür im Caritas-Krankenhaus: Viele Familien mit Kindern aber auch schwangere Frauen strömten in die Eingangshalle und nutzten die vielfältigen Angebote im gesamten Mutter-Kind-Zentrum, um sich über Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und die Gesundheit von Babys, Kindern und Jugendlichen zu informieren. Spielerisch vermittelten Ärzte, Hebammen, Krankenschwestern und Auszubildende den Alltag im Krankenhaus.
Konzentriert schließt Johanna (8 Jahre) die Augen und hört auf die Herztöne im Stethoskop: ihr Teddy hat hohes Fieber und gemeinsam mit der angehenden Ärztin Katja Streng untersucht sie die Vitalfunktionen. Der Teddy bekommt eine Nadel gelegt für eine Infusion und anschließend noch eine Spritze gegen das Fieber, bei der Johanna aufmerksam assistiert. Zum Abschluss gibt es noch ein Rezept für ein Medikament aus der Apotheke. Der Teddy wird bald wieder gesund sein und Johanna strahlt.
Spielerisch den Alltag im Krankenhaus erleben
Die
Teddyklinik war eine der beliebtesten Stationen beim Tag der offenen Tür am
vergangenen Samstag im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim aus Anlass des
40jährigen Bestehens der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Vor allem
Familien mit kleinen Kindern nutzten den Tag, um sich über die vielfältigen
Angebote der Kinderklinik und der Geburtshilfe zu informieren. Spielerisch
vermittelten Ärzte, Hebammen, Pflegekräfte und Auszubildende den Kindern den
Alltag im Krankenhaus. Neben der Teddyklinik, konnten die Kinder einen Gesundheitspass
erwerben, einen Gipsarm zur Probe erhalten und ihre Fitness im Bewegungsraum
der Kinderphysiotherapie ausprobieren. "Große" Geschwister durften das Wickeln eines
Babys bei einer Puppe üben und erhielten ein "Wickeldiplom". Höhepunkt beim Erkunden
eines Rettungswagens des DRK war der Knopf mit dem Signalton, um das
Martinshorn auszulösen. Dazu gab es eine Hüpfburg und viel Spaß mit bunten
Luftballontieren und den Riesenseifenblasen der Klinikclowns.
Bonding sorgt für Entspannung nach der Geburt
Aber auch für
die (werdenden) Eltern gab es viele Informationen: Bei erfrischenden
Fruchtcocktails informierten Hebammen und Kinderkrankenschwestern rund um die
Themen Schwangerschaft, Geburt, Stillen und die erste Zeit mit dem Baby. In ihrem
Vortrag "Bonding - erste Grundlage für eine stabile Mutter-Kind-Beziehung" betonten
die Oberärzte Dr. Christian Willaschek und Dr. Sven Triebel die Bedeutung des
engen Körperkontakts von Mutter bzw. Vater und Kind von Anfang an. "Bonding ist
zu Hause sein", beschrieb der Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe Dr. Triebel.
Direkt nach der Geburt lege man noch im Kreißsaal das Neugeborene auf den Bauch
der Mutter. "Der enge Hautkontakt hilft den Babys, die Körpertemperatur konstant
zu halten; sie hören den bekannten Herzschlag der Mutter, riechen ihre Haut, hören
ihre Stimme, sehen ihr Gesicht und erhalten beim ersten Saugen an der Brust die
nährstoffreiche Vormilch, das Kolostrum", ergänzte der Facharzt für die
Versorgung von Früh- und Neugeborenen (Neonatologie) Dr. Willaschek. "Nach dem
Stress der Geburt sorgt Bonding so für maximale Entspannung und wird auch in
den ersten Tagen von uns aktiv gefördert - auch und gerade bei Frühchen."
Brandwunden mit sauberem Tuch bedecken
Wie die
moderne Versorgung von Frühgeborenen aussieht, konnten sich die Besucher vor
dem Eingang zur neonatologischen Station anschauen. Mit Puppen demonstrierten
die Kinderkrankenschwestern hier Wärmebettchen, Überwachungstechnik und einen
Transportinkubator. In der Ambulanz der Kinderklinik erhielten die Besucher
einen Einblick in die Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie z.B. bei
herzkranken Kindern, bei ADHS, bei Magen-Darmerkrankungen und Verbrennungen.
Speziell bei Brandwunden warnte die Wundschwester Astrid Schorz vor angeblich
"bewährten" Hausmitteln: "Bei starken Verbrühungen auf keinen Fall Mehl, Puder,
Öl oder gar Zahnpasta in die Wunde geben. Das verklebt die Wunde und schädigt
die verletzte Haut zusätzlich." Besser sei es die Brandwunde locker mit einem sauberen,
feuchten Tuch, etwa einem Geschirrtuch, zu bedecken und dann zum nächsten Arzt
zu fahren. Praktische Tipps gab es auch von den Ernährungsberaterinnen für die
Eltern von magersüchtigen bzw. stark übergewichtigen Kindern.
Unterstützung durch den Förderverein
Auch schwere
Themen wurden beim Tag der offenen Tür nicht ausgespart: Der Kinder- und
Jugendhospizdienst Sonnenschein - eine Kooperation von Caritas-Krankenhaus und Malteser
Hilfsdienst - informierte über die Begleitung von Familien mit einem schwerstkranken
oder sterbenden Kind, die Initiative "Sternenkinder" über den Umgang mit
totgeborenen Babys. Wie viel Freude das Leben mit einem Down-Syndrom Kind macht
und wo man dabei Hilfe bekommt, vermittelte die Down-Syndrom-Selbsthilfegruppe
an ihrem Stand. Zur Abkühlung für die vielen lachenden Kinder und zufriedenen
Eltern verkaufte der Förderverein des Caritas-Krankenhauses am Ausgang Eis für
einen guten Zweck.




