28.11.2017
Abschied von Eugen Höschle und Markus Volk als Seelsorger
Mit dem Ende des Kirchenjahres, dem Christkönigsfest, beschlossen am Sonntag, 26.11. auch Pfarrer Eugen Höschle und Pastoralreferent Markus Volk ihren Dienst in der katholischen Kirche. Nach mehr als acht Jahren verabschiedeten sich die beiden Seelsorger aus der Krankenhausseelsorge am Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim in den Ruhestand.
In einem festlichen Gottesdienst in der Krankenhauskirche, den Pfarrer Eugen Höschle gemeinsam mit Markus Volk und Dekan Ulrich Skobowsky zelebrierte, zog der scheidende Krankenhauspfarrer in seiner Predigt ein Resümee seines Dienstes. Achteinhalb Jahre habe er im Gottesdienst in der Krankenhauskirche gepredigt und seine Worte nie so dahingesagt. "Mir ging es immer darum ein positives Gottesbild zu vermitteln, einen Gott, zu dem man gerne kommt: Gott als der gute Hirte und als Gott der Barmherzigkeit." Diesen Gott in seiner Liebe und Barmherzigkeit gelte es zu entdecken. "Dafür gibt es täglich die Möglichkeit", so Höschle. Den zahlreichen Gottesdienstbesuchern gab er auch einen Herzenswunsch mit auf den Weg: Er wünsche sich mehr von den Maßstäben der Gesellschaft abgerückte Christen, die den Mut zum eigenen Lebenslauf aufbringen. "Ich wünsche mir mehr schlagfertige Christen, die sich der Diskussion stellen und ich wünsche mir mehr anstößige Christen, die bereit sind, anzuecken und andere vor den Kopf zu stoßen. Dann bleibt Christsein lebendig."




Zum Abschluss
des Gottesdienstes dankte er allen, die in den zurückliegenden Jahren zur
Gestaltung der Gottesdienste beigetragen haben: den Ministranten, den
Deutschordensschwestern sowie den indischen Anbetungsschwestern für den
Meßnerdienst, den Organisten, den Gärtnern, Schreinern und Schlossern für die
Umsetzung der oft kreativen Ideen zum Schmuck der Kirche. Auch Markus Volk
dankte den vielen Gottesdienstbesuchern. "Ich freue mich über viele vertraute
Gesichter, danke, dass ihr Anteil nehmt."
"Ihr Handeln wurde zum Segen für die Menschen"
Beim
anschließenden Empfang in der Aula des Caritas-Krankenhauses nahmen viele Redner
die Gelegenheit wahr, ihrerseits den beiden scheidenden Seelsorgern Dank zu
sagen. 2009 habe sich als Glücksjahr für das Caritas als Ort kirchlichen Lebens
erwiesen, zog Regionalleiter Thomas
Wigant als Vertreter der BBT-Gruppe und des Caritas-Krankenhauses Bilanz. "Mit
Markus Volk und Eugen Höschle kamen zwei Männer, die mit ihrer Arbeit in der
Krankenhausseelsorge noch einmal an die Wuzeln ihrer Berufung gehen wollten."
In allen drei Säulen der Klinikseelsorge sei ihr Handeln zum Segen für die
Menschen geworden: bei der Sorge um die Patienten, der Sorge um die Angehörigen
aber auch bei der Sorge um die 1500 Mitarbeitenden im Caritas-Krankenhaus.
Krankenhaus erweise sich so als
ein Ort kirchlichen Handelns. "Zugleich waren sie immer ein liebevoll
kritisches, begleitendes Korrektiv für die Verantwortlichen."
Lebendige Ökumene
Wigant hob das
vertrauensvolle Miteinander und die gute Zusammenarbeit im ökumenischen Seelsorgeteam
hervor. "Es ist eine große Freude und Verlässlichkeit im Team gewachsen. Das
ist - zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen im Team - euer beider
Verdienst, dass Ökumene hier völlig normal ist." Über seine Doppelrolle als
Pastoralreferent in der Seelsorgeeinheit LAMM sei es Markus Volk darüber hinaus
gelungen eine enge, vitale Verbindung
zur katholischen Kirchengemeinde zu schaffen.
Mit einem
Fotorückblick auf wichtige Stationen ließ Thomas Wigant das Wirken von Eugen Höschle
im Caritas-Krankenhaus Revue passieren. Er würdigte dabei vor allem die
zugewandte und humorvolle Art des Krankenhauspfarrers und seine ansteckende Kreativität
bei der Gestaltung der Kirche und der Gottesdienste. Zugleich habe er für die
verschiedenen Ordensgemeinschaften am Caritas-Krankenhaus die Rolle des
Spirituals übernommen und die Schwestern über die Jahre begleitet. Wigant schloss
mit einem persönlichen Dank für "acht Jahre kreative und tragende
Freundschaft." Gemeinsam mit dem
Hausoberen Dr. Oliver Schmidt überreichte er Höschle einen Rucksack angefüllt
mit symbolischen Geschenken.
"Als Kollege ein Glücksfall"
Die gute
ökumenische Zusammenarbeit im Seelsorgeteam am Caritas hob auch der
evangelische Krankenhauspfarrer Thomas Dreher hervor. Die kürzlich geschlossene
Rahmenvereinbarung sei hierbei der krönende Abschluss. "Wir werden von anderen
beneidet, wie das denn geht", so Dreher. Der Austausch mit Pfarrer Höschle sei
für ihn "ein Geschenk, wie man es im Berufsleben selten erfährt": "Eugen
Höschle ist ein Pädagoge des Glaubens, der die Menschenseele kennt; ein guter
Zuhörer und Ratgeber nicht nur für die Patienten, getragen von Humor und
intuitiver Klarheit. Als Kollege ein Glücksfall." Ihren Dank an Eugen Höschle
und Markus Volk brachte das Seelsorgeteam dann mit einem selbst gedichteten
Lied zum Ausdruck.
Dank für den kostbaren Dienst an den Menschen im Caritas
Mit
persönlichen Worten dankte auch Dekan Ulrich Skobowsky den beiden Seelsorgern
für die gute Zusammenarbeit. Mit dem Krankenhauspfarrer verbinde ihn nicht nur
die Herkunft aus dem Schwäbischen. "Eugen Höschle kenne ich noch als Chef
während meiner Zeit als Jugendpfarrer",
so Skobowsky. Egal in welchem Amt, er sei immer Seelsorger und Mitmensch
geblieben. "Wenig Gedöns, dafür umso größere Verbindlichkeit" - das zeichne die
Zusammenarbeit mit Höschle aus. "Danke für dein Vertrauen, deine
Verlässlichkeit, deine unendliche Kreativität und den Humor, um den Glauben zu
würzen. Danke für den unendlich kostbaren Dienst an den Menschen im Caritas",
wandte er sich direkt an Eugen Höschle.
Diesem Dank
schlossen sich auch die beiden Konventoberinnen Sr. Maria-Regina Zohner für die
Deutschordensschwestern und Sr. Ernest für die indischen Anbetungsschwestern an,
garniert mit vielen guten Wünschen in Form von Gewürzen und Heilpflanzen. Dank
kam auch von den Vertreterinnen der ehrenamtlichen Gruppen im Caritas, Heidrun Beck
und Annemarie Kolb.
Pläne für den Ruhestand
Pfarrer Eugen
Höschle wird künftig seinen Lebensmittelpunkt nach München verlegen und dort
das Projekt "Omnibus" der Franziskaner unterstützen. Pastoralreferent Markus
Volk will seinen Ruhestand mit Ehefrau Irmgard Rößner-Volk in Bad Mergentheim
genießen.
Gottesdienst sonntags künftig schon um 8:45 Uhr
Bis zur Neubesetzung der Stelle des
Krankenhauspfarrers mit einem Priester oder Diakon voraussichtlich im kommenden
Sommer werden die Pfarrer der Seelsorgeeinheit L.A.M.M. abwechselnd für die
Krankensalbungen im Caritas-Krankenhaus zur Verfügung stehen. Der Gottesdienst
in der Krankenhauskirche Maria Heil der Kranken beginnt ab kommenden Sonntag
jeweils schon um 8:45 Uhr. Auch der Gottesdienst mit dem Gedenken an die
Verstorbenen innerhalb der Woche findet nach wie vor freitags um 15 Uhr im
Andachtsraum statt.


