13.01.2015
Gute Therapie bei Schlaganfall ausgezeichnet
In Deutschland erleiden jedes Jahr circa 250.000 Menschen einen Schlaganfall. Häufig sind bleibende Behinderungen, Lähmungen und Pflegebedürftigkeit die Folge. Die rasche, fachgerechte Behandlung auf einer sogenannten „Stroke unit“ kann solche schwerwiegenden Folgeschäden des Schlaganfalls vermeiden. Das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim verfügt als einzige Klinik im Kreis über eine sogennante „Regionale Stroke Unit“. Diese wurde jetzt zum zweiten Mal in Folge für die gute Behandlung von Schlaganfallpatienten ausgezeichnet.

In Deutschland erleiden jedes Jahr circa 250.000 Menschen einen Schlaganfall. Häufig sind bleibende Behinderungen, Lähmungen und Pflegebedürftigkeit die Folge. Die rasche, fachgerechte Behandlung auf einer sogennante "Stroke unit" kann solche schwerwiegenden Folgeschäden des Schlaganfalls vermeiden. Das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim verfügt als einzige Klinik im Kreis über eine sogenannte "Regionale Stroke Unit". Diese wurde jetzt zum zweiten Mal in Folge für die gute Behandlung von Schlaganfallpatienten ausgezeichnet.
Externe Prüfer unterstreichen "sehr guten Gesamteindruck"
Zuvor wurden alle an der Schlaganfallversorgung beteiligten Abteilungen in einem zweitägigen Audit intensiv von externen Experten der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft, der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und des TÜV Rheinland überprüft. Die Prüfer kamen dabei laut Auditbericht zu einem "sehr guten Gesamteindruck".
Die ersten Stunden sind entscheidend
"Die Stroke Unit ist eine Art Halbintensivstation, auf der sich Neurologen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und speziell geschultes Pflegepersonal rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag um die Betreuung von Schlaganfallpatienten in der Akutphase kümmern", erläutert Prof. Dr. Mathias Mäurer, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Caritas-Krankenhaus. "Denn die ersten Stunden und Tage sind eine entscheidende Zeit für einen Patienten nach einem Schlaganfall. Hier wird der Therapieerfolg gefestigt und der Grundstein gelegt, um Spätfolgen oder einen erneuten Schlaganfall zu vermeiden."
Lob für hohe Lyserate im Caritas-Krankenhaus
Entscheidend sei vor allem die frühzeitige Lyse-Therapie. Dabei werden Blutgerinnsel, die ein Blutgefäß beim Schlaganfall verstopfen, mit Hilfe von Medikamenten aufgelöst und das Gehirn kann schnell wieder durchblutet werden. "Jede Stunde, die ohne Therapie verloren geht, fügt dem Gehirn weiteren Schaden zu", so der Neurologe. Die externen Prüfer hoben daher in ihrem Bericht die im bundesweiten Vergleich sehr hohe Lyserate innerhalb der ersten 60 Minuten nach Eintreffen der Schlaganfallpatienten im Caritas-Krankenhaus besonders positiv hervor.
Kontinuierliche Überwachung
Im Anschluss bleiben die Patienten an spezielle Überwachungsgeräte angeschlossen. Diese überwachen permanent EKG, Herzfrequenz, Blutdruck, Sauerstoffsättigung und Atemfrequenz und reagieren selbst auf kleinste Veränderungen mit sichtbaren und hörbaren Alarmsignalen, damit Ärzte und Pflegekräfte im Bedarfsfall rechtzeitig handeln können.
Frühzeitige Reha-Maßnahmen durch therapeutisches Team
"Therapeuten Wir setzen allerdings nicht nur modernste Technik für die Behandlung der Patienten ein. Eine wesentliche Stärke der Schlaganfallstation liegt auch darin, dass die Patienten so früh wie möglich mit Rehabilitationsmaßnahmen beginnen können", betont Prof. Mäurer. "Unsere erfahrenen Physiotherapeuten, Logotherapeuten und Ergotherapeuten helfen den Betroffenen dabei, die durch den Schlaganfall beeinträchtigten Kompetenzen wieder zurückzugewinnen. Außerdem wird auch der Sozialdienst frühzeitig eingebunden, um die Patienten über weitere Rehamöglichkeiten zu beraten." Genau diese enge Zusammenarbeit der verschiedenen Spezialisten war jetzt neben den medizintechnischen Voraussetzungen eine wichtige Bedingung für die Zertifizierung. Dabei lobten die Prüfer in ihrem Bericht vor allem die hohe Motivation aller an der Schlaganfallversorgung im Caritas-Krankenhaus Beteiligten und hoben die gute Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen und Berufsgruppen hervor.
Infokasten Schlaganfall:
- plötzlich auftretende Lähmungserscheinungen
- Sehstörungen
- Sprachstörungen
- Taubheitsgefühle
Wenn solche Symptome plötzlich auftreten, sollte der Betroffene oder Angehörige bzw. Arbeitskollege sofort die Notrufnummer 112 anrufen. Die Leitstelle der Feuerwehr bzw. des Rettungsdienstes entscheidet anhand der Schilderung der Symptome, ob ein Notarzt zusammen mit Rettungssanitätern geschickt werden muss oder ob die Anwesenheit von erfahrenen Rettungssanitätern ausreicht.



