03.03.2015

Bei einem Aktionstag "Gemeinsam gegen Krebs" informieren am Dienstag, 10. März, ab 18 Uhr mehrere Fachärzte über wirksame und sinnvolle Möglichkeiten der Vorsorge und Früherkennung bei Krebs. Sie gehen auch auf mögliche Risiken ein und stehen anschließend für Fragen der Besucher zur Verfügung.
Niemand beschäftigt sich gerne mit dem Thema Krebs und doch kann es sinnvoll sein, sich regelmäßig beim Arzt auf Krebsvorstufen untersuchen zu lassen. Denn wenn Krebs in einem frühen Stadium erkannt und richtig behandelt wird, ist die Krankheit oft heilbar. Beim Aktionstag "Gemeinsam gegen Krebs" am Dienstag, 10. März, ab 18 Uhr im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim, informieren mehrere Fachärzte über wirksame und sinnvolle Möglichkeiten der Vorsorge und Früherkennung und stellen sich den Fragen der Besucher.
Regelmäßige Untersuchungen bei bestimmten Krebsarten empfehlenswert
Krebs im frühen Stadium besserRund 500.000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr neu an Krebs, doch zugleich versterben immer weniger Patienten an ihrer Krankheit. "Das hat vor allem damit zu tun, dass wir Krebs immer häufiger in einem frühen Krankheitsstadium diagnostizieren und dann auch besser behandeln können", betont Dr. Edgar Hartung, Leiter des Regionalen Centrums für Tumorerkrankungen am Caritas-Krankenhaus. Bei bestimmten Krebsarten hält er eine regelmäßige Vorsorge für sinnvoll und empfehlenswert.
Darmspiegelung kann Krebs verhindern
Eine Studie zeigt zum Beispiel, dass bis 2001 die Hälfte der durch eine Darmspiegelung entdeckten Darmtumore bereits weit fortgeschritten, und nur noch im reduzierten Maß heilbar war. Seit 2008 befinden sich mehr als 60 Prozent der Tumore, die entdeckt werden, noch in den Stadien I und II", verdeutlicht der Facharzt für Onkologie (Krebserkrankungen) die Erfolge der Früherkennung. "Die Chancen auf eine vollständige Heilung sind in dieser Phase der Krankheit sehr hoch." Gerade beim Thema Darmkrebs sei die Bezeichnung "Vorsorge" gerechtfertigt: "Wenn wir beispielsweise bei einer Darmspiegelung, der sog. Koloskopie, Krebsvorstufen erkennen, tragen wir diese noch in der gleichen Sitzung ab und können so den Krebs verhindern."
Mammographiescreening zur Früherkennung von Brustkrebs
Bei anderen Tumorarten müsse man eher von einer Früherkennung sprechen. " Beim Abtasten der Brust oder bei weiteren Untersuchungen der Brust durch Ultraschall oder eine Mammographie versucht der Arzt einen bestehenden Tumor möglichst frühzeitig zu erkennen", so Dr. Hartung. Inzwischen werden etwa alle Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren zum Mammographie-Screening eingeladen. Doch es gibt auch Kritik an diesem flächendeckenden Untersuchungsangebot. Wie viele bösartige Tumore werden dabei tatsächlich entdeckt und rechtfertigt dies die hohen Kosten für solche Reihenuntersuchungen, die von den Krankenkassen finanziert werden? Wären diese Mittel nicht besser für die Therapie einzusetzen? Bei anderen Methoden, etwa dem sogenannten PSA-Test bei Verdacht auf Prostatakrebs sind die Ergebnisse nicht immer eindeutig. Sogenannte "falsch positive Befunde", die sich später als falsch herausstellen können, belasten und verunsichern die Betroffenen.
Ärzte informieren über Chancen und Risiken
Bei dem Aktionstag im Caritas-Krankenhaus zeigen die Ärzte die Chancen und Risiken einzelner Methoden auf. Sie erläutern, welche Untersuchungen es gibt und welche Untersuchungen von den Krankenkassen bezahlt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei u.a. die Themen Brustkrebs, Lungenkrebs, Darmkrebs und Prostatakrebs. Im Anschluss stehen die Ärzte sowie die Vertreter von Selbsthilfegruppen für Fragen der Besucher zur Verfügung.
Programm:
18:00 Uhr Gesetzliche Vorsorgeuntersuchungen: was gibt es, was zahlt die Krankenkasse? (Oberarzt Dr. Edgar Hartung)
18:15 Uhr Mammographie-Screening für Frauen: Nutzen oder Schaden? (Chefarzt Dr. Ulrich Schlembach)
18:30 Uhr Lungenkrebs vermeiden - sind Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll? (Chefarzt PD Dr. Mathias Borst)
18:45 Uhr PSA-Wert und Prostatakrebs - wie hängt das zusammen? (Chefarzt PD Dr. Bernd Straub)
19:00 Uhr Vorsorge bei Darmkrebs ist möglich (Chefarzt Prof. Dr. Peter Baier)
So funktioniert eine Vorsorgekoloskopie (Oberarzt Dr. Werner Vey)
Anschließend Diskussion

hier finden Sie das gesamte Programm der Veranstaltung Gemeinsam gegen Krebs.