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26.02.2014

Caritas informiert über Sport und Krebs

Caritas informiert über Sport und Krebs

Mehr als 200 Interessierte und Betroffene nutzten die Gelegenheit, um sich beim Patiententag über das Thema „Sport und Krebs“ zu informieren. Die wichtigste Botschaft: Regelmäßige sportliche Aktivität hat nachweislich einen positiven Einfluss auf den Verlauf einer Tumorerkrankung.

"Für alle Patienten stellt die Diagnose Krebs, ebenso wie die anschließende Behandlung, einen deutlichen Einschnitt im Leben dar", machte Prof. Dr. Peter Baier, Leiter des Darmzentrums im Caritas-Krankenhaus in seiner Einführung deutlich. Viele Patienten suchten nach einer Möglichkeit, sich selbst aktiv in die Therapie einzubringen und sich etwas Gutes zu tun. "Sportliche Aktivität ist hier ein wichtiger Baustein in der Begleitung und im Anschluss an eine Krebstherapie."


Sport statt Schonen
Die neuesten Studienergebnisse zum Thema "Sport und Krebs" aus medizinischer Sicht stellte der Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe und Leiter des Brustzentrums im Caritas-Krankenhaus Dr. Ulrich Schlembach vor. Danach gibt es inzwischen ein komplettes Umdenken im Umgang mit sportlicher Aktivität bei Krebserkrankungen. "Während man noch vor 30 Jahren den Patienten Schonung empfahl, ermutigen die Ärzte heute ihre Tumorpatienten, Sport zu treiben", betonte der Gynäkologe und verwies auf entsprechende Empfehlungen beim Deutschen Krebskongress Ende Februar diesen Jahres in Berlin.

Bewegungstraining ist Teil der Tumortherapie
"Speziell für die häufigsten Krebsarten - Brustkrebs und Darmkrebs - ist nachgewiesen, dass regelmäßige Bewegung die Überlebenschance und die Lebensqualität der Betroffenen steigert." Dies hätten auch eigene Studien mit 140 an Brustkrebs erkrankten Frauen im Raum Heilbronn bestätigt. Für Dr. Schlembach steht fest: "Jeder Tumorpatient, der sich nicht bewegt, verzichtet auf ein wichtiges Medikament." Ziel müsse es daher sein, Sport und Bewegung als Teil der Therapie neben Operation, Hormon-, Chemo- oder Strahlentherapie im Behandlungsplan fest zu verankern und wie ein Medikament per Rezept zu verordnen. "Sport ist eine ernstzunehmende Säule der medizinischen Behandlung bei Krebs", so Dr. Schlembach.

Drei bis fünf Stunden Ausdauertraining pro Woche empfehlenswert
Sport treiben könne jeder, in jedem Alter und in fast jedem Gesundheitszustand. "Jeder kann auf seinem eigenen individuellen Niveau beginnen und sich dann weiter steigern." Empfehlenswert seien drei bis fünf Stunden moderates Ausdauertraining pro Woche - etwa Walken -, verbunden mit mildem Kraft- und Koordinationstraining. "Aber fangen Sie in Ruhe an, der Körper braucht Zeit zur Anpassung, überfordern Sie sich nicht und bleiben Sie geduldig", mahnte der Chefarzt. Den besten Zeitpunkt für den Start zur Bewegungstherapie sollte im Gespräch mit dem behandelnden Arzt geklärt werden. Über spezielle Reha-Kurse, wie sie unter anderem auch im Caritas-Krankenhaus angeboten werden, sei ein guter Einstieg möglich.

Sport - ein Medikamnet ohne Nebenwirkungen
Auch aus Sicht des Sportwissenschaftlers gibt es nur positive Botschaften bei der Auswirkung von Sport bei Krebserkrankungen: "Bewegungstherapie bei Tumorerkrankungen ist unschädlich, für jeden machbar, hat keine Nebenwirkungen und senkt die Sterberate sowie das Rezidivrisiko", betonte Prof. Dr. Gerhard Huber vom Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg und verwies dazu auf mehrere internationale Studien.

Risiko an Krebs zu erkranken sinkt
Aber auch vorbeugend senke Sport das Risiko an Krebs zu erkranken, nach unterschiedlichen Untersuchungen für Darmkrebs um ca. 40 bis 50 %, für Brustkrebs um 30 bis 40 % und für Prostatakrebs um ca. 10 bis 30 %. Zwar seien die genauen Wirkmechanismen im Einzelnen noch nicht erforscht. "Eine Rolle spielen zum einen die Reduktion von Östrogenen und Androgenen, aber auch die Reduktion von Fettgewebe, die Verbesserung der Immunfunktion und nicht zuletzt die entzündungshemmende Wirkung von sportlicher Aktivität."

"Bio-psycho-soziale" Wirkung von Sport und Bewegung
Allerdings sind für den Sportwissenschaftler nicht nur diese körperlichen Effekte ausschlaggebend. "Sport hat eine starke 'bio-psycho-soziale' Wirkung: er sorgt für Emotionen, für Aktivität des Gehirns, hilft gegen die Fatigue, verändert die wahrgenommene Selbstwirksamkeit und gibt den Patienten das Gefühl der Kontrolle über ihren Körper zurück." Nicht der Arzt verabreiche eine Medizin, sondern der Betroffene selbst könne aktiv werden.
Geeignete Sportarten seien etwa Spazierengehen, Walking, Wassergymnastik, Radfahren oder Joggen bis hin zum Marathonlauf, angepasst an die individuelle Leistungsfähigkeit. "Wichtig ist eine Aktivität, an der Sie Freude habe, die Spaß macht und die Sie gut in den Alltag einbauen können."

Bewegungstehrapie auf Rezept
In der anschließenden Podiumsdiskussion betonte auch der niedergelassene Hausarzt Heinz-Joachim Kuper, dass es eine zunehmende Nachfrage der Patienten nach Rehasport gebe. "Jeder Arzt kann ein Rezept für Reha-Sport ausstellen, das zunächst für 52 Einheiten gilt. Die Krankenkassen erstatten dann in der Regel die Kosten." Fragen zum Thema Prostatakrebs beantwortete der Chefarzt für Urologie PD Dr. Bernd Straub. Die verschiedenen Anbieter von Reha-Sportkursen stellten sich gemeinsam mit Selbsthilfegruppen aus der gesamten Region im Anschluss an den Infoständen in der Halle des Caritas-Krankenhauses vor. Hier standen auch die Ärzte der Tumorzentren für weitere Gespräche und Fragen zur Verfügung.

Info:
Reha-Kurs Sport bei Krebs, mittwochs 16:30 bis 17:30 Uhr im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim für Patienten während und nach der Tumortherapie. Diesen Kurs kann der behandelnde Arzt mit einem Rezept über Rehabilitationssport verordnen
Anmeldung (tägl. vormittags außer Do) unter Tel. 07931 58-2020.
Weitere Anbieter von Reha-Sport für Krebspatienten finden Sie hier.
Reha-Kurs Sport bei Krebs,
jeden Mittwoch 16:30 bis 17:30 Uhr im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim für Patienten während und nach der Tumortherapie. Diesen Kurs kann der behandelnde Arzt mit einem Rezept über Rehabilitationssport verordnen.
Information und Anmeldung (Mo-Fr vormittags außer Do) unter
Tel. 07931 58-2020.
Weitere Anbieter von Reha-Sport für Krebspatienten finden Sie hier.
 
 

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