Für die bessere Diagnostik und Therapie von Herzerkrankungen hat das Caritas-Krankenhaus jetzt ein weiteres Herzkatheterlabor eingerichtet. Damit steht hier eine der bundesweit modernsten Anlagen für die Diagnostik und Therapie kardiologischer Erkrankungen zur Verfügung.
Rund 100000 mal schlägt unser Herz an einem Tag. Im Laufe eines Lebens addiert sich diese Zahl auf gut 2 Milliarden Schläge. Eine Meisterleistung an Zuverlässigkeit und Präzision. Allerdings kann dieses System im Laufe des Lebens aus dem Takt geraten: Herz-Kreislauferkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Deutschland. Zur besseren Diagnostik und Therapie von Herzerkrankungen hat jetzt das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim einen neuen Meilenstein gesetzt: Nach einem Umbau von mehreren Wochen hat Ende Dezember ein neues Herzkatheterlabor seine Arbeit aufgenommen, am 11. Januar wurde es offiziell eingeweiht. Damit steht im Caritas-Krankenhaus eine der bundesweit modernsten Anlagen für die Diagnostik und Therapie kardiologischer Erkrankungen zur Verfügung.
Innovative Entwicklung der Kardiologie
Der Ärztliche Direktor des Caritas-Krankenhauses, Prof. Dr. Christoph Eingartner, begrüßte die Gäste und verwies auf die innovative Entwicklung der Kardiologie am Caritas-Krankenhaus. Bereits in den 80er Jahren habe man hier das erste Herzkatheterlabor der Region eingerichtet. "Mit der neuen Herzkatheteranlage und den vielen weiteren Investitionen in moderne Medizintechnik in den vergangenen Jahren können wir den Menschen in der Region eine kompetente hochwertige medizinische Versorgung anbieten, wie sie sonst nur in großstädtischen Zentren zu finden ist. Damit sichern wir unseren Patienten den Zugang zu modernsten Behandlungsmethoden."
Herzkatheteruntersuchungen bei Durchblutungsstörungen
Die medizinischen Möglichkeiten des neuen Herzkatheterlabors stellte Privatdozent Dr. Mathias M. Borst, Chefarzt der Medizinischen Klinik 1, vor. "Herzkatheteruntersuchungen haben sich von einem ursprünglich fast rein diagnostischen Verfahren zu einer wichtigen Therapiemaßnahme entwickelt, etwa bei verschlossenen oder verengten Herzkranzarterien und vor allem beim akuten Herzinfarkt und bei Angina pectoris", erläuterte der Kardiologe. Dabei werde eine feine Sonde von der Leiste oder vom Arm aus in ein Blutgefäß eingeführt und zum Herzen vorgeschoben. "Im ersten Schritt werden so die Einengungen in den Herzkranzgefäßen aufgespürt und sichtbar gemacht. Noch während des Eingriffes dehnen wir dann diese Engstellen mit Hilfe eines Ballonkatheters auf und bauen ein kleines Drahtgeflecht als Gefäßstütze ein, einen sogenannten Stent. Damit kann das Blut wieder ungehindert fließen und das Herz mit Sauerstoff versorgen."
Bessere Bildqualität und geringere Strahlenbelastung
Die neue Technologie der Firma Siemens ermögliche jetzt eine verbesserte Darstellung der anatomischen Details am Herzen und der immer feiner konstruierten Katheter und Stents. "Die gestochen scharfen Bilder erlauben uns, diagnostische und therapeutische Eingriffe mit größerer Geschwindigkeit und Präzision durchzuführen." Die erheblich bessere Bildqualität werde zugleich bei deutlich reduzierter Strahlenbelastung für die Patienten erreicht. "Dank verschiedener Neuerungen kann die Strahlendosis für den Patienten auf bis zu 30 % Prozent der bisher üblichen Werte gesenkt werden", betonte der Chefarzt. "Ein wichtiger Vorteil für den Patienten." Auch die Belastung durch Kontrastmittel werde reduziert.
3D-Bilder für elektrophysiologische Eingriffe bei Herzrhythmusstörungen
Eine weitere zentrale Neuerung ist die Ausstattung der Anlage mit 3-D-Bildgebung und einem speziellen intrakardialen Ultraschall. "Die umfangreichen Investitionen in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro umfassen auch einen vollständigen rhythmologischen Arbeitsplatz, der für die gesamte elektrophysiologische Diagnostik und die allermeisten therapeutischen Eingriffe bei Herzrhythmusstörungen optimal eingerichtet ist", so PD Dr. Borst. "Damit können wir etwa bei Patienten mit Vorhofflimmern oder Vorhofflattern eine so genannte Katheter-Ablation durchführen und die Ursache der Erkrankung direkt am Herzen dauerhaft beseitigen." Die lebenslange Einnahme von Medikamenten mit der Gefahr von Nebenwirkungen könne so vermieden werden. Borst: "Damit ist das Caritas-Krankenhaus zukunftsfähig für die neuen Entwicklungen in der Kardiologie, und Patienten mit Herzerkrankungen müssen keine weiten Wege mehr auf sich nehmen, sondern können im Caritas heimatnah versorgt werden."
Permanente Bereitschaft für Notfälle garantiert
Die bisherige Herzkatheteranlage im benachbarten Untersuchungsraum bleibt im Übrigen weiterhin voll funktionsfähig. Während ein Saal für Routineeingriffe genutzt wird, ist damit eine permanente Bereitschaft für Notfalluntersuchungen - etwa bei akutem Herzinfarkt - rund um die Uhr garantiert.
Tag der offenen Tür am 28. Januar
Das Caritas-Krankenhaus öffnet am Samstag 28. Januar von 10 bis 13 Uhr die Türen des neuen Herzkatheterlabors für alle Interessierten. Um 10:00 Uhr hält Chefarzt Dr. Mathias. Borst einen Vortrag zum Thema "Mit dem Herzkatheter Angina pectoris und Herzinfarkt sicher behandeln". Im Anschluss haben interessierte Besucher die Möglichkeit, das Herzkatheterlabor im Caritas-Krankenhaus zu besichtigen. Katheter und Stents werden vom Fachpersonal erläutert. Ein Film zeigt außerdem den Ablauf einer Herzkatheteruntersuchung in den neuen Räumen.
Tag der offenen Tür im neuen Herzkatheterlabor:
Samstag 28. Januar,
von 10:00 bis 13:00 Uhr
Programm:
10:00 Uhr Vortrag: Mit dem Herzkatheter Angina pectoris und Herzinfarkt sicher behandeln. (PD Dr. M.M. Borst)
- Besichtigung des Herzkatheterlabors
- Katheter und Stents zum Anfassen
- Film: Was passiert bei einer Untersuchung im Herzkatheterlabor