02.10.2012

Hilfe bei Gelenkschmerz

Hilfe bei Gelenkschmerz

Beim Patiententag am Samstag, 6. Oktober, informierten sich mehr als 450 Besucher über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten bei Gelenkschmerzen an Hüfte, Knie, Schulter, Wirbeln und der Hand.

Mehr als 450 interessierte Besucher informierten sich am vergangenen Samstag im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim über moderne Therapien bei Gelenkschmerzen. Diese Schmerzen treten meist als Folge von Abnutzung der Gelenke im Alter auf. "Arthrose ist der Preis fürs Älterwerden", stellte Prof. Dr. Christoph Eingartner, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, in seinem Vortrag klar. Allerdings gebe es heute verschiedene bewährte Therapiekonzepte, um die Arthrose zu verzögern und die Schmerzen zu bekämpfen.

Osteoporose und Wirbelfrakturen
So stellten die Oberärzte Dr. Sabine Bau und Dr. Ralf Throm die Behandlungsmöglichkeiten bei Wirbelfrakturen vor, die häufig als Folge von Osteoporose (Knochenschwund) auftreten. Sowohl die Osteoporose selbst wie auch die Wirbelbrüche lassen sich in jedem Alter behandeln, machten die beiden Mediziner deutlich. Neben der Basistherapie mit Vitamin D und Kalzium sei eine kalziumreiche Ernährung, viel Bewegung an der frischen Luft und spezielle Medikamente wie die so genannten Bisphosphonate wichtig.

Kyphoplastie sorgt oft für rasche Schmerzlinderung
Sollte es dennoch zu Wirbelbrüchen kommen, gibt es mehrere Möglichkeiten die Wirbelsäule wieder operativ zu stabilisieren. Dr. Throm stellte u.a. die so genannte Kyphoplastie vor, bei der Knochenzement in den defekten Wirbel injiziert wird. "Dieses Verfahren führt zu einer raschen Schmerzlinderung oft schon am ersten Tag nach der OP", erläuterte der Unfallchirurg. Wenn dies nicht ausreiche helfe oft ein kleines verschraubtes Gestänge, der so genannte fixateur interne, um die Wirbelsäule wieder aufzurichten.
Der richtige Zeitpunkt für ein künstliches Gelenk
Bei Gelenkverschleiß am Hüft- oder Kniegelenk verwies Prof. Eingartner in seinem Vortrag zunächst auf die konservativen Behandlungsverfahren wie etwa Physiotherapie, Krankengymnastik und Medikamente. Sind alle diese Methoden und auch die Kniespiegelung ausgeschöpft, bleibe oft nur noch der künstliche Gelenkersatz. "Diese so genannte Endoprothese ist nie ein Muss, sondern immer nur ein Angebot", betonte der Chefarzt. "Und: Es ist der Patient, der den Zeitpunkt für ein künstliches Gelenk bestimmt." Dieser Zeitpunkt sei immer dann gekommen, wenn der Betroffene "die Schnauze voll hat von den Schmerzen und seine Lebensqualität massiv eingeschränkt ist", so Prof. Dr. Eingartner. Dabei müsse heute kein Patient mehr eine nicht bewährte Endoprothese fürchten. "Der Hüftgelenkersatz etwa ist die erfolgreichste Operation der Medizingeschichte und die Ergebnisse sind durchwegs gut." Ein Film zeigte im Anschluss wie die Implantation eines künstlichen Kniegelenks am Beispiel eines Patienten im Caritas-Krankenhaus konkret abläuft.

Therapie bei Schmerzen an der Hand und dem Schultergelenk
An den Gelenken der Hand hat sich der künstliche Gelenkersatz dagegen bislang noch nicht durch verlässliche Studien bewährt, stellte Dr. Steffen Löw klar. Der Handchirurg machte an Fotos und Röntgenbildern deutlich, welche Symptome bei verschiedenen Erkrankungen an den Handgelenken auftreten und wie diese behandelt werden können. Die Ursachen, Anzeichen und Therapieformen bei Schulterschmerzen demonstrierte anschließend die Schulterspezialistin Dr. Silke Gerland.
Gymnastikübungen für den Alltag
Angeregt durch die Vorträge nutzten im Anschluss viele Besucher die Möglichkeit, direkt mit den Ärzten ins Gespräch zu kommen. Am Modell demonstrierten die Mediziner außerdem, wie eine Kniespiegelung funktioniert und wie mit Hilfe einer Bewegungsschiene, das Gelenk nach der Operation wieder trainiert werden kann. Die Sanitätshäuser präsentierten u.a. verschiedene Bandagen und Orthesen als unterstützende Hilfsmittel bei Gelenkproblemen. Großer Andrang herrschte bei den Physiotherapeuten des Caritas-Krankenhauses. Hier konnten die Besucher bei einer Handkraftmessung ihre Muskelkraft testen lassen. Sie erhielten außerdem Anleitung zu Koordinations- und Gleichgewichtsübungen.
Info: Der Film über die Implantation eines Kniegelenks im Caritas-Krankenhaus können Sie unter folgendem Link aufrufen:
Bildunterschriftstext
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