In der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie wurde zu Jahresbeginn die Sektion Gefäßchirurgie neu eingerichtet. Künftig bietet das Caritas-Krankenhaus das gesamte Spektrum der Gefäßchirurgie an.
Hintergrund ist die steigende Zahl an Patienten mit Gefäßerkrankungen, etwa Durchblutungsstörungen der Becken- und Beinarterien, Krampfadern, Verengungen der Hals- oder Bauchschlagader mit oft lebensbedrohlichen Folgen. "Wir haben in unserer Klinik schon bisher viele gefäßchirurgische Eingriffe durchgeführt", erläutert Chefarzt Prof. Dr. Gottfried Müller. "Mit der Einrichtung einer eigenen Sektion bauen wir dieses wichtige Spektrum nun weiter aus und reagieren damit auf den steigenden Bedarf." Leiter der Sektion ist Oberarzt Dr. Gerhard Abendschein, Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie, der seit Januar im Caritas arbeitet.
Durchblutungsstörungen in den Beinen
Erweitert wird u.a. das Therapieangebot bei der sog. "Schaufensterkrankheit" mit Durchblutungsstörungen der Becken - und Beinarterien. Schreiten die Gefäßveränderungen voran, kommt es zu Ruheschmerzen in den Beinen; im Endstadium stirbt das Gewebe an den Füßen ab (sog. Gangrän). Durch die Alterung der Gesellschaft betrifft dies immer mehr Menschen. Risikofaktoren sind u.a. Rauchen, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, Diabetes mellitus und Übergewicht. Die Gefäßchirurgie am Caritas-Krankenhaus bietet hier künftig die komplette Gefäßdiagnostik mit anschließender, Leitlinien gerechter Therapie an. Dies reicht von der medikamentösen und Bewegungstherapie über die radiologische interventionelle Therapie (Ballonerweiterung von Gefäßengen, ggf. mit Stenteinlage) bis zur chirurgischen Therapie, wie der Gefäßerweiterungsoperation und die Bypassoperation. Hierzu gehört auch die sog. lumbale Sympathektomie, bei der die Nerven, die die peripheren Gefäße verengen, entfernt werden. Diese Operation wird auch minimal-invasiv durchgeführt.
Hilfe bei drohendem Schlaganfall
Bei Einengung der Halsschlagader bietet die Sektion Gefäßchirurgie jetzt auch die operative Therapie an. Hier kann durch eine Operation oder die interventionelle Stentapplikation ein drohender Schlaganfall verhindert werden. Die Operation wird unter kontinuierlicher neurologischer Überwachung mittels Neuromonitoring zur Verhinderung eines intraoperativen Schlaganfalles durchgeführt. Die Gefäßchirurgen arbeiten hier eng mit der
Klinik für Neurologie unter Leitung von Privatdozent Dr. Mathias Mäurer zusammen.
Ersatz der Bauchschlagader bei Aortenaneurysma
Erweitert wurde das Spektrum außerdem bei der operativen Behandlung des Aortenaneurysmas. Durch Arteriosklerose kann eine Aussackung der Bauchschlagader entstehen, die ab 5 cm erheblich rupturgefährdet ist; in der Folge kann es zu einer lebensgefährlichen Blutung kommen. Hier steht der operative Ersatz der Bauchschlagader durch eine Kunststoffprothese an. In vielen Fällen kann das Aneurysma auch durch eine Stentprothese, die über die Leistenarterie eingebracht wird ausgeschaltet werden.
Shuntchirurgie für Dialysepatienten
Bereits seit vielen Jahren durch Chefarzt Prof. Dr. Müller und Oberarzt Dr. Klaus Stumptner etabliert ist die Zugangschirurgie für die Dialysepatienten, die nun mit Oberarzt Dr. Abendschein weiter gestärkt wird. Die Patienten werden dabei in enger Kooperation mit der
Medizinischen Klinik 3 (Nephrologie) betreut und gemeinsam der optimale Dialysezugang festgelegt.
Etabliert sind seit vielen Jahren auch die Herzschrittmacherimplantationen zusammen mit der
Medizinischen Klinik 1 (Kardiologie) und die Katheteranlagen (Intraport) für die onkologischen Patienten, sowie zur längerfristigen parenteralen Therapie.
Weiterhin bietet die Gefäßchirurgie auch Therapien bei seltenen Erkrankungen wie z.B. dem Subclavian-Steal-Syndrom oder die thorakoskopische Sympathektomie bei Durchblutungsstörungen der Hände oder der Hyperhidrose an.
Interdisziplinäre Gefäßkonferenz
Eine besondere Rolle bei der Therapie der Gefäßerkrankungen spielt die fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen der Gefäßchirurgie, dem
Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie (Chefarzt Privatdozent Dr. Ulrich Baum) sowie der Klinik für Neurologie und dem Zentrum für Innere Medizin. Daher legen die Mediziner der einzelnen Abteilungen in einer interdisziplinären Gefäßkonferenz gemeinsam die optimale Therapie für den einzelnen Patienten fest. Jeden Montag ab 16 Uhr sind hierzu auch die Ärzte der umliegenden Praxen und Kliniken willkommen und können ihre Fälle vorstellen. Weitere Information unter Tel. 07931 58-3101.
Spezialsprechstunden für Gefäßerkrankungen:
Terminvereinbarung unter
Tel. 07931 58-3107
| Venensprechstunde | Montag
9:00 - 12 h |
| Arterielle Gefäßsprechstunde | Dienstag
8:30 - 12 h |
| Shuntsprechstunde | Mittwoch
12:30 -14 h |
| Wundsprechstunde | Donnerstag
8:30 - 11 h |
Weitere Informationen:
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie
Chefarzt Prof. Dr. Gottfried Müller
Informationen finden Sie auch in unserem Flyer Gefäßchirurgie.