11.05.2011

Tag der offenen Tür

Tag der offenen Tür

Bei strahlendem Sommerwetter nutzten mehrere tausend Menschen die Gelegenheit, das neue Mutter-Kind-Zentrum zu besichtigen. Ärzte, Pflegende und Hebammen beantworteten während des ganzen Tages die Fragen der Besucher.

Der Vorplatz vor dem Haupteingang des Caritas-Krankenhauses verwandelte sich zu einem bunten Spielplatz: Kinder auf Stelzen, mit Bällen, Hüpfseilen oder auf Walzen balancierend, daneben ein Rollstuhlparcours um das Gefühl auf zwei Rädern auszuprobieren und ein Stand mit bunten Luftballons. Im Bärenhospital des DRK durften die Kinder einen verletzten Bären verarzten und bis ins "Bärenhospital" begleiten. In der Einganghalle konnten sie dann einen Gesundheitspass erwerben oder sich einen Gips anlegen lassen. Großes Interesse zeigten die Kinder beim Ultraschall: der Blick in den eigenen Bauch war ungewöhnlich und spannend. Eine Malwerkstatt, eine Kletterwand, Kinderschminken, Herzchenausschneiden, Steinemalen - in der ganzen Klinik spielten Kinder an diesem Tag die Hauptrolle. Auch beim Blaskonzert mit Just Brass, das mit Gartenschlauch, Tröte und Alphorn bekannte Melodien für Kinder spielte. Da war selbst Clown Batschu beeindruckt und ließ seine Besen im Takt mittanzen.

Großzügige Spielflächen und familiäre Kreißsäle
Den ganzen Tag über zog ein Strom von Menschen durch das neue Klinikgebäude: Die Familien waren begeistert von den großzügigen Spielflächen und den schönen Patientenzimmern auf der Station für Kinder- und Jugendliche mit Tiermotiven an den Wänden. Die Kleineren nahmen sofort das Holzbaumhaus in Beschlag. Viele Schwangere interessierten sich für die neuen Kreissäle, die in warmen Farben gehalten ganz auf die Bedürfnisse der Frauen abgestimmt sind. Beeindruckt waren die Besucher auch von dem Terrassencafé, in das sich die jungen Mütter und ihre Familien zurückziehen und den Blick über Bad Mergentheim genießen können. Die Räume der Kinderphysiotherapie verwandelten sich komplett zum Riesenspielzimmer mit Krabbelparcours und Kinderschminken.

Dank für staatliche Förderung
"Wir sind stolz auf das, was geworden ist und bedanken uns bei allen, die uns unterstützt haben", betonte der Kaufmännische Direktor Thomas Weber in seiner Ansprache beim Festakt am Vormittag. Ausdrücklich bedankte er sich bei Minister Prof. Dr. Wolfgang Reinhart für den Mut, das Krankenhausprojekt in Zeiten der Wirtschaftskrise mit staatlichen Zuschüssen von insgesamt 10,4 Millionen Euro zu fördern und so eines der modernsten Krankenhäuser in der Bundesrepublik entstehen zu lassen.

Caritas-Krankenhaus wichtiger Wirtschaftsfaktor
"Das Caritas-Krankenhaus und die medizinische Versorgung im Main-Tauber-Kreis sind für mich als Abgeordneter und Minister immer eine Herzensangelegenheit gewesen", erwiderte Reinhart und bezeichnete die Krankenhauslandschaft im Kreis als gut. Der scheidende Minister, der selbst vor 55 Jahren in Bad Mergentheim geboren wurde, verwies darauf, dass "in den letzten 20 Jahren rund 114 Millionen Euro an Förderung allein in das Caritas-Krankenhaus geflossen sind". Das Haus sei jedoch nicht nur ein Kosten- sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region. Und: "Was kann es Schöneres geben, als am Muttertag, das Mutter-Kind-Zentrum einzuweihen?" Er freue sich, dass mit den vor fünf Jahren gefundenen Gesellschaftern der christliche Geist des Hauses erhalten bleibe, so Reinhart.

Investition in die Zukunft
Für die drei Gesellschafter - den Barmherzige Brüder Trier BBT e.V., die Vinzentinerinnen von Untermarchtal und den Caritas-Verband Rottenburg-Stuttgart - ergriff Bruder Peter Berg das Wort. "Mit dem Neubau haben wir in die Zukunft investiert", erklärte der Generalobere der Barmherzigen Brüder. "Wir haben damit die Rahmenbedingungen geschaffen, um den kirchlichen Auftrag, den Menschen in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen, zu erfüllen." Es gehöre zum Selbstverständnis der Gesellschafter, die bestmögliche Versorgung der kleinen Patienten zu garantieren, auch wenn dies im DRG-System nicht entsprechend vergütet werde. "Wir wollen uns positionieren und handeln, Verantwortung übernehmen für alle Phasen des Lebens", meinte er in seiner Rede.
Krankenhaus als praktizierte Caritas
Damit knüpfte Bruder Peter Berg an die Predigt von Bischof Dr. Gebhard Fürst an, der am Morgen ein feierliches Pontifikalamt zelebriert hatte. "Die Träger übernehmen hier Verantwortung für das Leben in allen seinen Phasen: von der Begleitung Schwangerer über die kompetente Begleitung des Geburtsprozesses, über die Behandlung von Babys, Kindern und Jugendlichen bis hin zur palliativen Begleitung auch schwerstkranker Kinder und Erwachsener", so der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Er wünsche sich, dass das Caritas-Krankenhaus mit seinem neuen Mutter-Kind-Zentrum nicht nur als professioneller und spezialisierter Dienst, sondern auch als Teil des Lebens- und Tätigkeitsraums christlicher Gemeinde verstanden und erlebt werde. "Die Sorge um kranke Menschen gehört untrennbar zu einer praktizierten Caritas." Bei seinem Rundgang durch das Mutter-Kind-Zentrum segnete er anschließend die neuen Räume.

Perinatologisches Symposium
Schon am Samstag hatte die feierliche Einweihung mit einem perinatologischen Fachsymposium für Gynäkologen, Pädiater und Hebammen begonnen. An Beispielen aus der Praxis präsentierten Ärzte und Pflegende der Geburtshilfe und Frühchenintensivstation eine perinatologische Fallkonferenz. Themen waren außerdem die Folgen der Schwangerschaftskomplikation Chorioamnionitis für Mutter und Kind sowie der Umgang mit Mehrlingsschwangerschaften. Außerdem wurde Aktuelles zur Diagnose und Therapie von ADHS bei Kindern und Jugendlichen diskutiert. In mehreren Workshops konnten die Teilnehmer ihr Wissen zur Reanimation von Frühchen, Kleinkindern und Schulkindern auffrischen.

Umzug im Mai
Der Umzug der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, der Geburtshilfe und der Ambulanzen in die neuen Räumen wird voraussichtlich Ende Mai abgeschlossen sein.



Minister Prof. Dr. Wolfgang Reinhart und Bischof Dr. Gebhard Fürst bei der feierlichen Einweihung mit den Gesellschaftern, dem Direktorium und den Chefärzten des Caritas-Krankenhauses.
Minister Prof. Dr. Wolfgang Reinhart und Bischof Dr. Gebhard Fürst bei der feierlichen Einweihung mit den Gesellschaftern, dem Direktorium und den Chefärzten des Caritas-Krankenhauses.
Bildunterschriftstext
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