21.01.2011

Mehr als 4000 stationäre und Akut-Dialysen

Mehr als 4000 stationäre und Akut-Dialysen

Die Zahl schwer nierenkranker Menschen in der Region nimmt weiter zu. So wurden im vergangenen Jahr erstmals mehr als 4000 akute und stationäre Dialysen im Caritas-Krankenhaus durchgeführt.

"Die steigende Zahl von älteren Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes führt auch zu mehr Nierenschädigungen", erläutert Dr. Jochen Selbach, Chefarzt der Medizinischen Klinik 3 im Caritas-Krankenhaus. Seine Klinik ist auf die Behandlung von Nieren- und Hochdruckerkrankungen spezialisiert. Zugleich sieht der Internist und Nephrologe (Spezialist für Nierenerkrankungen) durch die erneut gestiegene Zahl von Dialysen in seiner Abteilung die hohe internistische und chirurgische Kompetenz am Caritas-Krankenhaus bestätigt.

Nephrologische Schwerpunktklinik
"Seit mehr als 30 Jahren behandeln wir Dialysepatienten sowohl in der teilstationären Dialyse wie im Akutfall. Dabei kümmern wir uns als ausgewiesene nephrologische Schwerpunktklinik im Norden Baden-Württembergs auch um alle Komplikationen, die bei Nierenversagen zum Beispiel auf den Intensivstationen und bei Dialysepatienten auftreten können", so Dr. Selbach weiter.


Dialysepatienten profitieren von interdisziplinärer Zusammenarbeit
"Als Krankenhaus der Zentralversorgung haben wir den Vorteil, dass die Ärzte unterschiedlicher Fachbereiche unmittelbar in einem Haus zusammenarbeiten und so multimorbide Patienten interdisziplinär behandelt werden", ergänzt der Ärztliche Direktor des Caritas-Krankenhauses, Prof. Dr. Christoph Eingartner. Das komme speziell auch Dialysepatienten zugute, die häufig eine lange Krankengeschichte hinter sich haben. Prof. Dr. Eingartner: "Der Dialysepatient, der auch herzkrank ist oder eventuell ein Hüftgelenk braucht, wird bei uns sowohl von den Chirurgen wie von den Internisten und Nephrologen gemeinsam behandelt und nicht isoliert nur ein Krankheitsbild betrachtet." So werden dialysepflichtige Patienten - egal aufgrund welcher akuten Erkrankungen sie eingewiesen werden - immer von einem Nierenspezialisten aus der Abteilung von Dr. Selbach mit betreut.

Große Expertise bei Shunt-Operationen
Wegen des steigenden Bedarfs wurde außerdem vor drei Jahren eine gemeinsame "Shuntsprechstunde" von Chirurgen und Nephrologen am Caritas-Krankenhaus eingerichtet. Die operative Anlage von Gefäßzugängen (z.B. "Shunts") für die Dialysepatienten ist seit vielen Jahren durch den Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Prof. Dr. Gottfried Müller, im Caritas-Krankenhaus etabliert. Der erfahrene Chirurg hat seit 1976 weit mehr als tausend Shunt-OPs durchgeführt und in OP-Kursen die Technik auch gelehrt. Das heute international eingesetzte "Müller-Mikro-Instrumentarium" wurde von ihm entwickelt. "Wir bieten im Caritas-Krankenhaus alle modernen Verfahren der Shunt-Chirugie an", erläutert Prof. Dr. Müller. "Ein erfahrenes Team von Ärzten steht rund um die Uhr bereit, um auch akute Verschlüsse rasch zu beheben."

Neue Sektion Gefäßchirurgie
Seit Anfang des Jahres wurde diese Kompetenz durch einen weiteren, gefäßchirurgisch spezialisierten Oberarzt ausgebaut. Prof. Dr. Müller: "Oberarzt Dr. Gerhard Abendschein leitet künftig die Sektion Gefäßchirurgie am Caritas-Krankenhaus. Damit können wir den speziellen Bedürfnissen dieser Patienten und der betreuenden Haus- und Fachärzte noch besser gerecht werden."


Modernste Dialysetechnik und persönliche Betreuung
Dem Caritas-Krankenhaus stehen 19 hochmoderne Dialyseplätze zur Verfügung; das Haus ist Europäisches Referenzzentrum von Fresenius Medical Care. "Durch die langjährige Entwicklungszusammenarbeit unserer Klinik mit dem führenden Produzenten Fresenius Medical Care können wir unseren Patienten modernste Geräte anbieten", erläutert Chefarzt Dr. Selbach. Neben der hohen medizintechnischen Kompetenz legt der Mediziner großen Wert auf die persönliche Betreuung seiner Patienten: "Dialysepflichtige- und nierentransplantierte Patienten haben oft eine lange Krankenhauskarriere hinter sich. Daher ist die kontinuierliche persönliche Betreuung durch spezialisiertes Ärzte- und Pflegepersonal, wie wir sie in unserer Klinik anbieten, besonders wichtig und erfolgreich."
Trainingszentrum für Bauchfelldialyse
Dabei profitieren nicht nur die Patienten im Caritas-Krankenhaus von der großen Expertise. "Seit 1985 sind wir überregionales Trainingszentrum für die Bauchfelldialyse (CAPD)", erklärt Dr. Selbach. "Wir stellen die betroffenen Patienten auf dieses Verfahren ein und diese können dann an anderen Orten von den Nephrologen weiter behandelt werden. Dabei stehen wir mit den zuweisenden Ärzte immer in direktem Dialog auf Augenhöhe."


Interdisziplinäre Zusammenarbeit für Dialysepatienten: Prof. Dr. Christoph Eingartner, Ärztlicher Direktor; Dr. Jochen Selbach, Chefarzt Medizinische Klinik 3; Dr. Klaus Stumptner, Oberarzt Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie; Dr. Gerhard Abendschein, Sektionsleiter Gefäßchirurgie; Prof. Dr. Gottfried Müller, Chefarzt Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie (v.l.).
Interdisziplinäre Zusammenarbeit für Dialysepatienten: Prof. Dr. Christoph Eingartner, Ärztlicher Direktor; Dr. Jochen Selbach, Chefarzt Medizinische Klinik 3; Dr. Klaus Stumptner, Oberarzt Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie; Dr. Gerhard Abendschein, Sektionsleiter Gefäßchirurgie; Prof. Dr. Gottfried Müller, Chefarzt Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie (v.l.).

weitere Informationen:
Medizinische Klinik 3

Tel. 07931 58 - 2901

Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie
Shunt-Sprechstunde:
Mittwoch 12:30 bis 14:00 Uhr
Anmeldung bitte unter:
Tel. 07931 58 - 3107