Ganzheitliche Hilfe und Betreuung erfahren schwerstkranke Menschen in der neuen Palliativeinheit am Caritas-Krankenhaus. Sie wurde jetzt offiziell eröffnet.
Am 1. April hat das Caritas-Krankenhaus seine interdisziplinäre Palliativversorgung erweitert. Zum einen gibt es nun eine spezialisierte Palliativeinheit mit 3 Zimmern auf der Station D0; zum zweiten wurde der palliativmedizinische Konsiliardienst weiter ausgebaut.
Palliativeinheit ergänzt Pflege in den Abteilungen
Vertreter des öffentlichen Lebens und die ambulanten Partner der Palliativversorgung wurden in einer Feierstunde über das neue Angebot informiert und hatten Gelegenheit, die neue Einheit auf Station D0 zu besichtigen. Der Hausobere Thomas Wigant zeigte sich bei seiner Begrüßung zufrieden, dass es mit der neuen Palliativeinheit gelungen sei, "das, was das Herz sagt, in die Strukturen des Gesundheitswesens zu überführen". "Nie ist ein Mensch austherapiert, solange er lebt", betonte der Hausobere. Heilung sei eben nicht nur die Wiederherstellung des vorherigen Zustands, sondern auch das "Leben lernen mit Grenzen und Einschränkungen, mit den Gedanken an das Sterben". Bisher schon sei auf den vielen Fachabteilungen des Hauses palliativ gepflegt worden, jetzt komme eine Abteilung dazu, wo dies konzentriert geschehen könne - ein "Meilenstein" für die Klinik.
"Wir können immer noch etwas für Schwerstkranke tun"
Oberärztin Dr. Elisabeth Trost, die Leiterin der Palliativ-Einheit, erläuterte das palliativmedizinische Konzept am Caritas-Krankenhaus. "Palliatives Denken ist im Caritas-Krankenhaus seit vielen Jahren Kultur", betonte sie. "Wir können immer noch etwas für die Patienten tun, Schwerstkranke begleiten und deren Lebensqualität verbessern".
Schmerzen lindern, Lebensqualität verbessern
Unter Palliative Care versteht man "die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer voranschreitenden, weit fortgeschrittenen Erkrankung, die nicht mehr heilbar ist", so die Neurologin und Palliativmedizinerin. "Die Lebenserwartung dieser Patienten ist begrenzt." Im Vordergrund stehe daher für das Palliativteam das frühzeitige Erkennen und die sorgfältige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie von weiteren Problemen körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art. "Durch eine ganzheitliche Herangehensweise wollen wir Leiden umfassend lindern, Patienten und ihren Angehörigen bei der Krankheitsbewältigung helfen und deren Lebensqualität verbessern", beschreibt Dr. Trost ihre Arbeit. "Unser Ziel ist es, die Palliativpatienten mit akzeptabler Lebensqualität in ihr häusliches Umfeld oder in eine adäquate stationäre Weiterbetreuung zu entlassen."
Palliative Care im qualifizierten Team
Dafür stehe ein multiprofessionelles Team aus palliativmedizinisch qualifizierten Ärzten, Pflegenden, Physiotherapeuten, Sozialarbeitern, Psychoonkologen / Psychologen und Seelsorgern im Caritas-Krankenhaus zur Verfügung. Ergänzt wird das Team durch eine für onkologische Patienten spezialisierte Ernährungsberaterin und ehrenamtliche Hospizhelfer. Neben Ärzten für Palliativmedizin sind Onkologen und Schmerztherapeuten sowie bei Bedarf auch Chirurgen und Strahlentherapeuten in die Behandlung mit einbezogen. Dr. Trost: "Wir arbeiten an den Schnittstellen außerdem eng mit den niedergelassenen Hausärzten, ambulanten Pflegediensten und Altenheimen zusammen."