01.10.2009
1. Bad Mergentheimer Kinderherztag

Die Gründung einer Kinderherzsportgruppe und einer Elternkontaktgruppe sowie eine Spendensumme von etwas mehr als 5000 Euro – das ist die positive Bilanz der Veranstaltung am 3. Oktober im Kursaal.
Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin wollte mit dem 1. Bad Mergentheimer Kinderherztag auf das Schicksal herzkranker Kinder aufmerksam machen. "Die Resonanz hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen", zeigte sich PD Dr. Reiner Buchhorn, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, zufrieden. Die Veranstaltung habe wichtige Impulse zugunsten herzkranker Kinder in der gesamten Region gesetzt.
Der Vormittag startete vor rund 200 Interessierten mit Vorträgen und Patientenberichten zu angeborenen Herzfehlern unterschiedlicher Schweregrade. Spannend war dabei der Perspektivwechsel zwischen den nüchternen Vorträgen der medizinischen Experten einerseits und den emotionalen Schilderungen der Eltern und Betroffenen andererseits. PD Dr. Buchhorn berichtete zunächst von den Fortschritten der medikamentösen Therapie bei einfachen Herzfehlern etwa mit Betablockern und stellte die heute gängigen OP-Methoden bei einfachen angeborenen Herzfehlern vor.
OP-Methoden bei komplexen Herzfehlern
Prof. Dr. Dr. Ziemer, Chefarzt der Thorax-, Herz-, Gefäßchirurgie an der Universitätsklinik Tübingen, demonstrierte die Möglichkeiten der Herzchirurgie, auch komplexe angeborene Herzfehler operativ zu korrigieren. Vom Erfolg dieser Therapien bei ihren Kindern erzählten in bewegten Worten die Eltern der heute gesunden Kinder Anna, Moritz und Hannes. Die beruflichen und sozialen Einschnitte durch eine angeborene Herzerkrankung thematisierte Prof. Geyer, Leiter der Forschungs- und Lehreinheit an der Med. Hochschule Hannover. Als Beispiel einer gelungenen Integration ins Berufsleben präsentierte sich anschließend der heute 29jährige Martin, der trotz seiner Herzkrankheit mitten im Arbeitsleben steht.
Appell an Mediziner
Ethische Leitlinien
Welche ethischen Leitlinien bei diesen schwierigen Behandlungsentscheidungen schwer kranker Kinder Orientierung geben können, stellte Dr. Sigrid Graumann, Universität Oldenburg, vor. Grundsätzlich müsse die Belastung durch eine medizinische Behandlung mit dem Beitrag zum Wohlergehen des Kindes gerechtfertigt werden können, führte die Humanbiologin und Ethikerin aus.
Konkrete Ergebnisse konnten in den Seminaren am Nachmittag erarbeitet werden. Die geplante Herzsportgruppe startet am 13. Januar 2010. Jeden Mittwoch können herzkranke Kinder unter Aufsicht eines Arztes und Anleitung eines speziell ausgebildeten Trainers Sport machen und ihre Grenzen austesten. Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin arbeitet dabei eng mit den verschiedenen Sparten des TV Bad Mergentheim zusammen, so dass Ball- und Mannschaftssportarten, Turnen und Outdoorsport angeboten werden können. Auch Reiten steht für die Kinder auf dem Programm.
1. Treffen der Kontaktgruppe im November
Fast 20 Familien meldeten sich außerdem für die erste Elternkontaktgruppe in der Region an. Das nächste Treffen beider Gruppen findet am 11. November um 16 Uhr im Caritas-Krankenhaus statt.
Große Spendenbereitschaft
Die Kinderherzsportgruppe startet am 13.01.2010 mit einem abwechslungsreichen Programm. Geplant sind zunächst Mannschafts- und Ballsportarten, später auch Reiten und Outdoorsport. Unter Aufsicht eines Kinderarztes und unter Anleitung eines speziell ausgebildeten Übungsleiters können herzkranke Kinder Spaß beim Sport erleben.
Anmeldung und Information:
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Tel. 07931 58-2301.
Die Kontaktgruppe für Eltern herzkranker Kinder trifft sich am 11.11.2009 um 16 Uhr im Caritas-Krankenhaus.


