17.11.2009
60 Jahre Krankenpflegeausbildung

Rund 350 ehemalige Auszubildende und Lehrkräfte feierten das 60jährige Bestehen der Krankenpflegeschule am Caritas-Krankenhaus.
Beifall für ehemalige Lehrerinnen und Lehrer
Die Halle im Zentralgebäude summte und schwirrte von lautem "Hallo", "Wie geht es Dir?" Wo bist Du denn jetzt?" und vor allem von "Weißt Du noch damals?".
Wertschätzung und Leistungbereitschaft
Es seien immer wieder solche Menschen, die die Schule, das Krankenhaus, ja die gesamte Gesellschaft gestalten, betonte Norbert Stolzenberger in seiner Ansprache. Über alle Veränderungen, Verordnungen und Vorschriften hinweg gebe es einen dauerhaft positiven Aspekt in der Arbeit an der Krankenpflegeschule: "Es ist die Begegnung mit dem Einzelnen, mit Ihnen, die die Arbeit spannend, interessant und lohnenswert macht." Großes Anliegen sei dabei stets der "wertschätzende, würdige, tolerante und respektvolle Umgang - ganz im christlichen Sinne - mit all unseren Mitmenschen, mit unseren Patienten, Kollegen und damit auch unseren Auszubildenden". Zugleich erwarte man von den Auszubildenden Eigeninitiative, Engagement und den Willen und die Bereitschaft etwas mitzugestalten.
Die Mischung aus Beidem macht offenbar den Erfolg der Ausbildung an der Caritas-Krankenpflegeschule aus. Nach den Angaben Stolzenbergers legten seit 1949 knapp 1900 Auszubildende ihr Examen ab. Derzeit sei die nun zum Caritas-Bildungszentrum umbenannte Berufsfachschule mit ihren 150 Ausbildungsplätzen der größte Ausbilder im Main-Tauber-Kreis. Für die langjährige gute Zusammenarbeit dankte Norbert Stolzenberger dem gesamten Team der Kolleginnen und Kollegen. Ausdrücklich bedankte er sich auch beim Krankenhaus-Direktorium für konstruktive Diskussionen und Entscheidungen sowie die Wertschätzung der Bildungsarbeit. Auf die Geschichte der Kinderkrankenpflegeschule ging im Anschluss Monika Stoll ein, die seit genau 20 Jahren die Geschicke der Schule mitbestimmt.
Anekdotisch und lebensnah geriet dann der Blick auf die Geschichte der Krankenpflegeausbildung bei den Interviews, die Inge Friedrich mit Absolventen verschiedener Jahrgänge auf dem Podium führte. Zwei ehemalige Schülerinnen aus dem allerersten Kurs von 1949 waren mit dabei: Schwester Roswitha Hirth und Elisabeth Marczinski berichteten von den bescheidenen Anfängen im Obergeschoss der Wäscherei. Bücher waren Mangelware, oft schrieben die Lehrerinnen handschriftlich die wichtigsten Informationen zusammen, die anschließend vervielfältigt wurden. Und wenn man in seiner freien Zeit zufällig auf dem Klinikgelände einer Lehrschwester begegnet sei, habe man damit rechnen müssen, abgefragt zu werden.
Internatspflicht schafft Zusammenhalt
Heribert Groh, heute Stationsleiter auf der E 2, Vroni Renner, Elisabeth Kissel und Lydia Landwehr erinnerten an die Zeiten als die Ausbildung noch mit Internatspflicht verbunden war. Alle Auszubildenden selbst die Bad Mergentheimer mussten auf dem Klinikgelände wohnen. Dies habe jedoch die Gemeinschaft unter den Schülern sehr gestärkt. "Alle Schüler kannten sich untereinander". Man habe viel gemeinsam unternommen, musste gemeinsam zu den Mahlzeiten gehen und pünktlich abends um 22 Uhr zurück im Wohnheim sein. Wer später kam, musste bei Schwester Aloisia persönlich klingeln….Da waren die Jüngeren dann doch froh, dass es heute mehr Freiheiten gibt.
Hier finden Sie einen historischen Überblick über die wichtigsten Daten der Krankenpflegeschule am Caritas-Krankenhaus.
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