In der Galerie des Caritas-Krankenhauses sind zurzeit mehr als 40 Bilder aus allen Schaffensperioden des bekannten Künstlers zu sehen.
Begegnungen mit fremden Menschen und Kulturen, mit anderen Religionen und fernen Lebenswelten - dies sind die Themen, die das Werk von Harry Elsner durchziehen. In einer Ausstellung im Caritas-Krankenhaus stellt der Künstler derzeit mehr als 40 Werke aus allen Schaffensperioden aus.
Bei der Ausstellungseröffnung begrüßte der Hausobere Thomas Wigant den Künstler und dessen Frau sowie zahlreiche Gäste in der Galerie des Caritas-Krankenhauses. Mit dieser Ausstellung wolle man Türen und Horizonte des Krankenhauses öffnen und Einblicke in andere Facetten des Hauses geben, so Wigant. "Mit der Retrospektive auf Ihr Lebenswerk geben Sie uns eine sehr persönliche Geschichtsstunde", wandte sich der Hausobere direkt an Harry Elsner und dankte ihm, dass er das Caritas-Krankenhaus als Ausstellungsort gewählt habe.
Prof. Dr. Hans-Dieter Bundschu, früher Chefarzt und Mitinitiator der Kunstausstellungen im Caritas-Krankenhaus, erläuterte die Bedeutung von Kunst im Krankenhaus. Der Ausstellungstitel "Begegnung" beziehe sich nicht nur auf die Bilder Harry Elsners. "Begegnung ist auch das Ziel, das wir mit unseren Ausstellungen im Caritas-Krankenhaus initiieren", so Bundschu. "Die Ausstellungen sollen ein Forum der Begegnung sein für unsere Mitarbeiter in den Arbeitspausen aber auch auf ihren Wegen; für unsere Patienten in Zeiten des Nachdenkens auf der Suche nach Trost und Freude; aber auch für Besucher und Gäste." Kunst im Krankenhaus könne so neue Perspektiven eröffnen, andere und neue Eindrücke vermitteln, zum Nachdenken anregen, aber auch erfreuen.
Das Thema "Begegnung" nahm auch Carl Gibson bei seiner Einführung in das künstlerische Werk Harry Elsners auf. "Begegnungen schaffen, Menschen zusammenbringen, versöhnen, interkulturell wirken, das sind die Wesenselemente, die Harry Elsners mit seiner Kunst zum Durchbruch verhelfen wollte", betonte Gibson. Den Anstoß für dieses Streben sieht Gibson in der Biographie des Künstlers begründet. 1926 im oberschlesischen Sohrau geboren, erlebte der junge Soldat das Kriegsende als Gefangener in der Festung von Verdun. Für ihn ein Tag der Befreiung von der allumfassenden Gängelung durch den NS-Staat, als Chance zum Neuentwurf in allen Lebendbereichen. Die Eindrücke aus jener Zeit habe Elsner erstmals in expressionistischen Bildern, in einer Explosion von Farben und bestimmt von blutroten Tönen verarbeitet, so Gibson. Nach dem Krieg habe sich Harry Elsner in Bad Mergentheim eine bürgerliche Existenz als Lehrer und Familienvater aufgebaut. "Doch immer suchte er den Kontakt mit fremden Kulturen speziell dem Nahen Osten, Elsner ist ein Orientbegeisterter", betonte Gibson in seiner Einführung. Von seinen 25 Reisen von der arabischen Halbinsel quer durch Nordafrika habe Elsner "farbige Geschichten mitgebracht, originelle und fremdartige wie jene aus den Märchen von Tausend und einer Nacht." Seine Orient-Begeisterung habe er so durch seine Bilder vermittelt. Dies jedoch immer in "dem Bewusstsein, uns für interkulturelle Phänomene zu sensibilisieren und um Verständnis für andere Sichtweisen und Werte zu werben." Gibson: "Elsner setzt auf den interkulturellen Dialog, indem der das Gespräch zwischen den Kulturen praktiziert." Das schaffe Verständnis füreinander, Versöhnung und führe zusammen, statt zu trennen und zu spalten. Durch seine Kunst sei Elsner ein "Vermittler zwischen den Kulturen", ein "Brückenbauer" und Weltenversöhner im Sinne Goethes geworden. Dies zeigten auch die im Caritas-Krankenhaus ausgestellten Werke.
Harry Elsner und seine Frau Anny bei der Vernissage.
Die Werke Elsners sind bis zum
4. April in der Galerie des Caritas-Krankenhauses im Erdgeschoss zwischen Haus A und Haus B zu sehen.
Täglich von 8:00 bis 21.00 Uhr.