Im Caritas-Krankenhaus wurde bundesweit die erste keramikbeschichtete Oberflächenprothese eingesetzt.
In der Klinik für Orthopädie wurde in der vergangenen Woche bundesweit die erste keramikbeschichtete Hüftgelenks-Oberflächenprothese eingesetzt. Damit ist es erstmals möglich, auch Patienten mit einer Metallallergie, eine künstliche Hüftgelenks-Oberflächenprothese anzubieten. Bei diesem Verfahren, auch Kappenprothese oder McMinn-Prothese genannt bleibt der Hüftkopf des Patienten erhalten. Er erhält lediglich einen Überzug (Kappe), der auf den entsprechend zugefrästen Hüftkopf aufgesetzt wird. Auf der Seite der Pfanne wird in den Beckenknochen, ganz ähnlich wie beim normalen künstlichen Hüftgelenk, eine Pfanne eingepasst. Die dafür verwendeten Materialien sowie für die Gleitfläche zwischen dem Kopf und der Pfanne bestehen in der Regel aus einer abriebreduzierten Metalllegierung.
Bei Allergikern kann es aufgrund des Metallabriebs mit der Zeit zu einer Abstoßungsreaktion kommen. Mögliche Folgen sind Hautausschläge, Ergussbildungen und vermehrte Schmerzen. Um dies zu vermeiden, hat die Firma ESKA aus Lübeck kürzlich ein Kappen-Implantat aus Keramik entwickelt. Dieses wurde nun erstmals in Deutschland bei einer Patientin mit nachgewiesener Metallallergie verwendet.
Die orthopädische Klinik des Caritas-Krankenhauses wurde von der Firma für diese Premiere ausgewählt, weil hier über Jahre unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Dr. Hans-Werner Springorum eine hohe Kompetenz in der Hüftendoprothetik aufgebaut wurde. Die Klinik ist unter anderem Firmen-Ausbildungszentrum für Süddeutschland. Durchgeführt wurde die Operation von Oberarzt Dr. Heiko Sprenger. "Ich freue mich über das Vertrauen, das die Firma und natürlich auch die Patientin uns entgegengebracht haben", betont er. Das neue Material hält er für richtungsweisend: "Keramik ist zwar etwas schwieriger zu implantieren, aber da es fast keinen Abrieb mehr hat und wahrscheinlich auch langlebiger ist, dürften diese neuen Prothesen die Zukunft darstellen."
Grundsätzlich bestehen die Vorteile der Kappenprothese im Erhalt der Geometrie des Gelenks, es werden lediglich die Laufflächen ausgetauscht. In der Regel erreichen Patienten mit einer Kappenprothese rasch wieder eine gute Mobilität, wobei jedoch eine endgradige Bewegungseinschränkung des Hüftgelenkes verbleibt.
Die Kappenprothese wird deshalb bei jüngeren und sportlich aktiven Patienten empfohlen.
Die Patientin konnte mittlerweile in sehr guten Zustand entlassen werden und ist mit Ihrem neuen Implantat sehr zufrieden.