Patienteninformationen & häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Patienten können im Institut für Radiologie und Nuklearmedizin untersucht werden:

1.  Alle Patienten der Klinik volles Leistungsspektrum.
2.  Ambulant alle Privat-Patienten volles Leistungsspektrum.
3.  Ambulant gesetzlich Versicherte nur für spezielle Untersuchungen, für die eine sog. KV-Ermächtigung vorliegt:
  • CT-kontrollierte Nerven- und Gelenkinfiltrationen bei Rückenschmerzen (diagnostisch und therapeutisch)
  • CT-kontrollierte Biopsien (Entnahme von Gewebeproben) aus der Lunge, dem Mediastinum, der Leber, der Bauchspeicheldrüse, Lymphknoten, dem Bauchraum.
  • CT-kontrollierte Drainageanlagen
  • MRT bei Kindern unter 7 Jahren
 
 
Für viele CT-Untersuchungen & alle Angiographien ist die intravenöse Injektion von jodhaltigem Röntgenkontrastmittel erforderlich.

Daher müssen vor der Untersuchung folgende Fragen geklärt werden:

Liegt eine Nieren-Funktionseinschränkung vor, die durch jodhaltiges Kontrastmittel weiter verschlechtert werden könnte?
 

Wenn ja, führen wir nach der Empfehlung unserer Medizinischen Klinik 3 (Nephrologie) eine 7-stündige „NierenschutzInfusion“ durch, da das jodhaltige Kontrastmittel die Nierenfunktion weiter verschlechtern kann.
Zusätzlich sollte ausreichend getrunken werden (1,5-2 Liter am Untersuchungstag und am Folgetag). Patienten sind gebeten, sich bitte für Ihren ca. 8-stündigen Klinikaufenthalt zur Durchführung der Nierenschutz-Infusion Getränke Ihrer Wahl mitzubringen.
 

Wird ein Metformin-haltiges Präparat gegen Diabetes mellitus eingenommen?
 

Wenn ja, darf Metformin am Untersuchungstag und an den 2 Folgetagen nicht eingenommen werden.
Bei eingeschränkter Nierenfunktion sollte Metformin zusätzlich bereits 2 Tage vor der Untersuchung pausiert werden. (Gängige metformin-haltige Präparate)
 

Liegt eine Schilddrüsen-Überfunktion vor?
 

Wenn ja, muss die Untersuchung verschoben werden oder der Patient benötigt, falls die Untersuchung klinisch dringend erforderlich ist vor der Untersuchung und in der Folgewoche bestimmte Schilddrüsen-Medikamente.
 

Ist eine Allergie gegen jodhaltiges Kontrastmittel bekannt?
 

Wenn ja, ist am Vortag und am Tag der Untersuchung eine antiallergische Prämedikation erforderlich. Nach Gabe antiallergischer Medikamente ist die Teilnahme am Straßenverkehr nicht erlaubt.
 

Nieren-Laborwerte:
 

Kreatinin im Serum & GFR oder MDRD (Filterleistung der Niere pro Minute)
 

Gerinnungswerte:
 

PTT, Quick oder INR, Thrombozytenzahl
 
 

Medikamente bei Schilddrüsen-Überfunktion:
 

Bei latenter Hyperthyreose (TSH-basal erniedrigt, fT3 und fT4 normal)
  • 50 Tropfen Irenat 2 Stunden vor der Untersuchung
  • 3 x 15 Tropfen/Tag für mind. 7 Tage danach
Bei manifester Hyperthyreose (TSH-basal erniedrigt, fT3 und fT4 erhöht)
KM nur bei vitaler Indikation unter Abwägung von Nutzen/Risiko.
  • 50 Tropfen Irenat 2 h vor der Untersuchung
  • 3 x 15 Tropfen/Tag für mind. 7 Tage danach
  • Thiamazol 20 – 80 mg/Tag (Verdopplung der Dosis) für 1 Woche.
Die Jod-induzierte Hyperthyreose hat ca. 4 Wochen nach KM-Gabe ihr Maximum.
Zu diesem Zeitpunkt ggf. Kontrolle der Schilddrüsen-Werte!
 

Antiallergische Prämedikation
 

Prednisolon 30 mg p.o. jeweils 12 h und 2 h vor der Untersuchung.
In der Radiologie erfolgt zusätzlich kurz vor Untersuchungsbeginn die intravenöse Gabe von Antihistaminika. Die Teilnahme am Straßenverkehr ist dann nicht erlaubt.
(Die Gabe von Antihistaminika am Vortag oder auf Station ist nicht erforderlich.)
 

Mögliche Nebenwirkungen der intravenösen Injektion von gadoliniumhaltigen MRT-Kontrastmitteln:

  • Nephrogen Systemische Fibrose (NSF) bei höhergradiger Nierenfunktionseinschränkung und Dialysepflicht.
  • Ggf. Verschlechterung einer vorbestehenden Nierenfunktionseinschränkung.
  • Gelegentlich leichtere allergische Reaktionen (Hautausschlag, Juckreiz, Niesen, Übelkeit). Schwere allergische Reaktionen mit Atemnot und lebensbedrohlichem Kreislaufschock sind selten.
Für bestimmte MRT-Fragestellungen (Entzündungen & viele Tumorerkrankungen) ist die intravenöse Injektion von gadoliniumhaltigem Röntgenkontrastmittel erforderlich.
Liegt eine Nieren-Funktionseinschränkung vor? Wenn ja, wie hochgradig?
 
Nur bei größeren Kontrastmittelmengen/Mehrfachuntersuchungen in kurzen Zeitabständen kann es ggf. zur Verschlechterung einer vorbestehenden Nierenfunktionseinschränkung kommen.
Bei einer hochgradigen Niereninsuffizienz (GFR/MDRD kleiner 30 ml/min), ist gadoliniumhaltiges Kontrastmittel wegen des Risikos einer nephrogen systemischen Fibrose nur bei strenger Nutzen-Risiko-Abwägung indiziert:
Die nephrogene systemische Fibrose ist eine seltene, schwerwiegende und teilweise lebensbedrohliche Erkrankung, die mit der Bildung von Bindegewebe in Haut, Gelenken, Muskeln und inneren Organen einhergeht. Sie kann bei Patienten mit höhergradig eingeschränkter Nierenfunktion in Folge der Verabreichung von Gadolinium(Gd)-haltigen Kontrastmitteln bei Magnet-Resonanz-Tomographien (MRT) auftreten. 
 nephrogen systemische Fibrose
Für Dialysepatienten besteht ein deutlich erhöhtes Risiko (bis zu ca. 5%).
 
Ab einer mittelgradigen Niereninsuffizienz (GFR/MDRD kleiner 60 ml/min), bieten wir nach der Empfehlung unserer Medizinischen Klinik 3 (Nephrologie) eine 7-stündige „Nierenschutz“-Infusion“ vor intravenöser Injektion von jodhaltigem und gadoliniumhaltigen Kontrastmittel an.
Zusätzlich sollten Sie ausreichend trinken (1,5-2 Liter) am Untersuchungstag und am Folgetag.
Die Patienten sind gebeten, sich für Ihren ca. 8-stündigen Klinikaufenthalt Getränke Ihrer Wahl mitzubringen.
 
 
 
 
Priv.-Doz. Dr. med. Ulrich Baum
Chefarzt des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Sekretariat Heidrun Retzbach
Telefon: +49 (0)7931 58-2601
Telefax: +49 (0)7931 58-2690
radiologie@ckbm.de

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