Mutter-Kind-Zentrum für 20 Millionen Euro

Das neue Mutter-Kind-Zentrum ersetzt das renovierungsbedürftige Haus A, das ab Mitte Juni zurückgebaut wird. Der Neubau, der Ende September beginnt, passt sich in die bisherige Architektur ein und setzt zugleich gestalterische Akzente. „Wir wollen ein Haus bauen, in dem kranke Kinder, Jugendliche und Frauen aber auch Gebärende für ihre Gesundung optimale Voraussetzungen vorfinden“, erläuterte Christian Kuhl, Kaufmännischer Direktor bei der Präsentation der Pläne. Dies gelte sowohl für die räumliche Gestaltung wie für die medizintechnische Ausstattung. „Modernste medizinische Geräte einerseits sowie helle freundliche Patientenzimmer mit viel Tageslicht und großzügige Spielzonen für Kinder und Jugendliche ergänzen sich zu einem Gesamtkonzept, das sich an den medizinischen und sozialen Bedürfnissen der Patienten und ihrer Angehörigen orientiert.“ Denn wenn eine Mutter oder ein Kind ins Krankenhaus komme, sei immer die ganze Familie betroffen. „Auf allen Stationen haben wir daher Zimmer für Begleitpersonen eingeplant, um nur ein Beispiel zu nennen.“
 
Nachhaltigkeit prägt Gesamtkonzept
 
Zu dem Gesamtkonzept eines auf künftige Generationen ausgerichteten Neubaus gehört nach den Worten Kuhls auch der Gedanke der Nachhaltigkeit. „Wo immer möglich werden wir nachhaltige Baustoffe einsetzen. Eine Solaranlage mit einer Kollektorenfläche von 85 m² liefert Energie für die Warmwasserversorgung, eine Photovoltaikanlage sorgt für Stromgewinnung, ebenso wird eine moderne Luft-Wärmepumpe eingesetzt.“ Insgesamt umfasse der Neubau eine Fläche von mehr als 6.000 m² verteilt auf mehrere Etagen.
 
Ambulanzen im Erdgeschoss
 
Dabei wird das gesamte Gebäude ca.1,80 Meter tiefer liegen als das alte Haus A. Das schafft Raum für ein voll nutzbares Sockelgeschoss, das zur Uhlandstraße hin freigelegt und nahezu ebenerdig sein wird. Hier wird das Direktorium, die Pflegedienstleitung und die Personalabteilung Platz finden. Auch ein variabler Veranstaltungs- und Konferenzraum für 150 bis 180 Personen wird hier entstehen. Im Erdgeschoss, bequem zu erreichen für die Patientinnen und Patienten, sind zwei getrennte Ambulanzbereiche vorgesehen: zum einen die Ambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin zum anderen die Ambulanz der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie des Brustzentrums Tauber-Franken.
 
Ein Baumhaus für kranke Kinder
 
Auffälligstes architektonisches Merkmal ist das weit über die Hausfront hinausragende 1. Obergeschoss. Getragen von mehreren Stelzen wirkt der Vorbau wie ein auf Stämme gestütztes Baumhaus; ein Eindruck, der durch die geplante Fassadengestaltung noch unterstützt wird. Diese Idee eines „Baumhauses“ wird auch im Inneren wieder aufgenommen. Hier befindet sich künftig der großzügige Spielbereich der Kinderstation mit Kletterwand, Holzspielgeräten, einer kleinen Hütte etc. „Der gesamte erste Stock ist ausschließlich für die künftige Kinder- und Jugendstation vorgesehen“ erläutert Privatdozent Dr. Reiner Buchhorn, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. „Wir wollen die Kinder hier nicht nur medizinisch sehr gut versorgen; wichtig für den Heilungserfolg ist auch, dass die Jungen und Mädchen sich hier wohl fühlen, Lebensfreude erfahren, Spaß und positive Erlebnisse haben können trotz ihrer Krankheit.“ Dies habe man schon in die Planung mit einfließen lassen.
 
Großzügige Intensivstation für Kinder und Frühchen
 
Eine enge Zusammenarbeit besteht mit der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe vor allem bei der Versorgung von Frühgeborenen und kranken Babys. So wird im 2. Obergeschoss die Entbindung und Geburtshilfe mit vier modernen Kreißsälen und einem voll ausgestatten Sectio-OP einziehen. Der 3. Stock ist für die Kinderintensivstation vorgesehen, die deutlich mehr Raum erhält als bisher.
 
Sichere Geburt in familiärer Atmosphäre
 
In dieser engen räumlichen Verbindung von Geburtshilfe und Kinderklinik sieht der Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe Dr. Thomas Prätz einen großen Vorteil für die Patienten. „Die unmittelbare Nähe von Kreißsaal, einem OP für Kaiserschnitte und der Kinderintensivstation gewährleistet ein hohes Maß an Sicherheit für Mutter und Kind während der Geburt“, betont Dr. Prätz. „Damit sind wir auch auf Problemschwangerschaften und Frühgeburten sehr gut vorbereitet und können schnell und ohne lange Wege reagieren, falls unerwartete Abweichungen bei der Geburt auftreten.“ Ähnlich wie bei der Kinderstation sind auch die Kreißsäle und Vorbereitungszimmer freundlich und familienorientiert gestaltet. „Selbstverständlich verfügen wir über High-Tech-Medizin für den Notfall“, unterstreicht Dr. Prätz. Bei der Geburtshilfe sei die familiäre und entspannende Atmosphäre der Räume aber genauso wichtig. „Die Gebärende und ihr Partner sollen sich bei uns geborgen fühlen und die Geburt als intensives gemeinsames Erlebnis erfahren.“ Diese Idee präge schon heute die Geburtshilfe am Caritas-Krankenhaus und finde sich auch auf der kürzlich komplett renovierten Station für die Wöchnerinnen wieder.
 
Behandlung ohne Einschränkungen während der Bauzeit
 
Ein Vorteil des Neubaus: Sowohl die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe wie die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin können während der gesamten Bauzeit ohne Einschränkungen ihre Patienten zuverlässig versorgen. Die Fertigstellung ist für Mai 2011 anvisiert.
 
Förderung durch Konjunkturpaket II
 
Unklar ist noch immer, mit welcher Summe das Bauvorhaben aus dem Konjunkturpaket II des Bundes gefördert wird. „Wir freuen uns sehr über den positiven Bescheid vom Sozialministerium aus Stuttgart und vertrauen bei unseren Planungen auf diese Zusage“, erklärte dazu Christian Kuhl.
Mutter-Kind-Zentrum
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Chefarzt Privatdozent Dr. Reiner Buchhorn
Tel. 07931 58-2301

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Chefarzt Dr. Thomas Prätz
Tel. 07931 58-2501